Krzysztof Penderecki

Composer in Residence 2017 | 2018

Ich habe Jahrzehnte damit verbracht, neue Klänge zu suchen und zu finden. Gleichzeitig habe ich mich mit Formen, Stilen und Harmonien der Vergangenheit auseinandergesetzt. Beiden Prinzipien bin ich treu geblieben… Mein derzeitiges Schaffen ist eine Synthese.

Krzysztof Penderecki wurde 1933 in Dębica (Polen) geboren. 1959 gewann er beim II. Warschauer Wettbewerb Junger Polnischer Komponisten alle drei zu vergebenden Preise. Mit der Uraufführung von „Anaklasis“ bei den Donaueschinger Musiktagen 1960 wurde er Teil der internationalen Avantgarde. Bewegte sich Pendereckis Schaffen Anfang der sechziger Jahre im experimentellen Übergang von Klang und Geräusch, so machte der Komponist im Laufe der folgenden fünf Jahrzehnte große stilistische Wandlungen durch.

Schon in der Phase der Orientierung an der westlichen Avantgarde trat ein ganz eigener Kompositionsstil hervor. Für seine changierenden Klangflächen und komplexen Geräuschstrukturen erfand er eine eigene Notation. Doch bereits 1962 war diese Phase der Klangexperimente beendet und es tauchten wieder traditionelle Elemente in seinen Kompositionen auf. In der Lukas-Passion, durch die er 1966 einem breiteren Publikum bekannt wurde, verband er seine Klangerfahrungen mit Elementen der alten Musik, Cluster mit tonalen Einbrüchen, es verschmolzen heterogene Elemente aus verschiedenen Epochen.

Eine von ihm selbst so genannte „romantische Phase“, eine Zeit der Retrospektiven, mündete in den achtziger Jahren erneut in eine Phase der kreativen Synthesen. Pendereckis aktuelle Kompositionsweise nutzt Tonalität in einem sehr freien Sinne, Monumentalität ist hier genauso möglich wie eine große Klangsensibilität.

Die Dresdner Philharmonie präsentiert zwei Werke aus jüngster Zeit: Für das Concertino für Trompete und Orchester ließ Penderecki sich 2015 von dem ungarischen Trompeter Gábor Boldoczki inspirieren. „Ein gutes Stück, kurz, bündig, lustig, voller Virtuosität“, sagt der Komponist über sein kontrastreiches und transparentes Stück. Es gibt lyrische Momente und schnellere Passagen, die Trompete wechselt häufig ihre Rollen und tritt in Dialog mit den anderen solistischen Instrumenten im Orchester. Für Mai 2018 ist die Europäische Erstaufführung der 6. Sinfonie von Krzysztof Penderecki geplant. In dieses Werk fließt eine Reihe von Orchesterliedern für Bariton nach chinesischen Gedichten ein, und es macht Gebrauch von der „Erhu“, der zweisaitigen chinesischen Röhrenspießlaute, die mit einem Bogen gestrichen wird. Die Uraufführung findet zuvor in China statt: gemeinsam mit der Dresdner Philharmonie ist das Guangzhou Symphony Orchestra Auftraggeber der neuen Sinfonie.