• Dresdner Kapellsolisten Dresdner Kapellsolisten
  • Andreas Boyde Andreas Boyde
  • Helmut Branny Helmut Branny

Fremdveranstaltungen
Kulturpalast
35 | 25 | 19 €
Die Einteilung der Preiskategorien wurde vom Veranstalter vorgenommen.

Andreas Boyde und die Dresdner Kapellsolisten

Mit dem Klavierkonzert g-Moll op. 33 schuf Antonin Dvorak im Jahre 1876 das wohl bedeutendste böhmische Werk dieser Gattung. Auch wenn ein gewisser Einfluss Beethovens zu spüren ist, so ist das gewaltige Opus des 35-Jährigen doch von einem eigenständigen und zugleich für Dvorak so typischen Tonfall geprägt. Slawischer Melos, folkloristische Rhythmen und groß angelegte Dramatik prägen das Klavierkonzert und waren gewiss Grund für die äußerst wohlwollende Aufnahme der Uraufführung im Jahre 1878. Die damalige Kritik bescheinigte dem höchst anspruchsvollen Solopart eine „eigenartige Farbigkeit“ und bemerkte, dass die Behandlung des Klaviers „eine durchwegs moderne, virtuose“ sei. Tatsächlich sind die Herausforderungen für den Pianisten erheblich, da Dvorak seine musikalischen Gedanken kompromisslos umsetzte. Schon bald galt das Werk als praktisch unspielbar, und dies war der Anlass für den Klavierpädagogen Vilém Kurz, den Solopart während des ersten Weltkrieges einer starken Bearbeitung zu unterziehen. Der Klaviersatz verlor seinen abschreckenden Ruf, die pianistisch angenehmere Fassung sollte dem Konzert zu größerer Beliebtheit verhelfen. Allerdings bewirkte dieser gutgemeinte Versuch eher das Gegenteil, da mit der „Kurz-Version“ die unverwechselbare und ganz individuelle Klangsprache Dvoraks ins Triviale abrutschte. Erst mit der konsequenten Rückkehr zum originalen Notentext gewann das Werk ein neues Publikum. Swjatoslaw Richter setzte sich im Besonderen für die Urfassung ein und hielt übrigens dieses Klavierkonzert für das schwierigste in seinem Repertoire.

Wehmütig beginnt der umfangreiche erste Satz, slawisch gefärbte Themen entfalten sich in einer lyrisch angelegten Exposition. Dvoraks farbenreiche Instrumentierung ist meisterhaft und das Wechselspiel von Solo und Orchester von ganz eigenem Charakter. Nach dramatischen Steigerungen in der Durchführung greift die Reprise den Grundton des Anfangs wieder auf. Entrückte Naturklänge prägen die Versunkenheit des 2. Satzes, bevor im Finale alle Register folkloristisch-virtuosen Musizierens gezogen werden.                   © 2017 Andreas Boyde 


Dresdner Kapellsolisten
Leitung: Helmut Branny
Solist: Andreas Boyde, Klavier

Veranstalter: Dresdner Kapellsolisten

Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie in A-Dur KV 201
Robert Schumann
Waldszenen Opus 80, Orchesterfassung von Andreas Boyde
Antonin Dvorak
Klavierkonzert