Debüt in Singapur

Martin Bülow, 24. Oktober 2016

Es gibt nicht viele Länder auf dieser Erde, in die die Dresdner Philharmonie zum ersten Mal reisen kann, Singapur gehört zu dieser immer kleiner werdenden Gruppe. Wie jedes asiatische Wirtschaftszentrum von diesem Gewicht, verfügt Singapur über einen exzellenten Kulturkomplex mit 4000 Veranstaltungen im Jahr. Ein Theater, mehrere Studiobühnen, Kammermusiksaal, Open-Air-Flächen, Foyers für Veranstaltungen und Lesungen in der umfangreichen Bibliothek umschließen einen Konzertsaal für 1600 Personen auf Weltniveau. All dies gelegen dort, wo Singapur am schönsten ist - an der Marina Bay. Die Kolleginnen und Kollegen der Dresdner Philharmonie konnten den Tag vor dem ersten Konzert dazu nutzen, die kulturelle Mannigfaltigkeit dieser ehemaligen Kronkolonie kennen zu lernen.

Marina Bay © Martin Bülow

Marina Bay © Martin Bülow

Eine Geige sollte signiert werden. Andere Länder andere Sitten. Beiden Künstlern fiel dies sichtbar schwer.... © Martin Bülow

Eine Geige sollte signiert werden. Andere Länder andere Sitten. Beiden Künstlern fiel dies sichtbar schwer.... © Martin Bülow

© Martin Bülow

© Martin Bülow

Die umfangreiche Verbots- und Gebotsliste  beim Einreiseprozedere lässt den aufgeklärten Europäer mit liberalem 68-er Erziehungs- und Bildungshintergrund Schlimmes fürchten. Selbst "Lügen und Kaugummikauen" ist hier verboten und kann bestraft werden. Die Regierung von Singapur hat seit 30 Jahren einen Plan: Mit 4 % Bildungsausgaben vom jährlichen BIP, geringen Einkommenssteuern und dem sprichwörtlich klinisch-sauberen roten Teppich für jeden Menschen, der arbeitet, handelt, Geld besitzt und sich korrekt und diszipliniert verhält, beherrscht man heute den Handel der Welt.

Folgerichtig spielte die Dresdner Philharmonie vor Musikstudenten der Universität, aber auch vor den wichtigsten Kunden einer großen Schweizer Uhrenmarke.

Das Programm - schon in Dresden erprobt und umjubelt - von Weber: Ouvertüre zu Oper "Euryanthe"; Schumann: Klavierkonzert mit dem Solisten David Fray und Brahms: Sinfonie Nr. 2 ist haargenau das, was das asiatische Publikum von einem deutschen Sinfonieorchester hören möchte. Der stehende Jubel am Ende des Konzertes war auch für den Veranstalter eine angenehme Überraschung. Der kulinarische Empfang für das gesamte Orchester nach dem Konzert war dann für die Kolleginnen und Kollegen die angenehme Überraschung. Die exzellenten Speisen und die gut gekühlten Getränke haben dem sehr erfolgreichen Gastspiel in Singapur das Attribut verlieren, was hier alles überstrahlt: Perfektion.

Große Ankündigung © Martin Bülow

Große Ankündigung © Martin Bülow