Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg

Anreise nach Dänemark

Wenn die Philharmonie mit dem Flugzeug innereuropäisch unterwegs ist, teilt sich die Reisegruppe oft in mehrere Kollegengruppen auf, um in den kleineren Mittelstrecken-Maschinen Platz zu finden. 

In der Regel freut man sich, wenn man in einer möglichst späten Gruppe abreist und so noch ein paar zusätzliche Stunden in Dresden bei seiner Familie sein kann. Für die Kollegen, die in den Genuss dieses Vorteils kamen, kehrte er sich im Laufe der Reise in das krasse Gegenteil um. Wegen eines Sturmtiefs im holländischen Küstenbereich kam die Maschine, die die Kollegen von Berlin/Tegel nach Amsterdam bringen sollte, deutlich verspätet in Berlin an. So verschob sich der Abflug um gut 2 Stunden auf 20.30 Uhr. Ungläubige und wütende Gesichter dann am Ziel, der Anschlussflug nach Aalborg hatte, trotz der 40 Kollegen starken Gruppe, nicht gewartet! Bis jeder Kollege seinen Koffer in Empfang genommen hatte, war es kurz vor Mitternacht. In der Zwischenzeit hatte die Leitung schon alles versucht, um einen halbwegs passablen zweiten Teil der Reise zu organisieren. Es stand ja am nächsten Tag ein Konzertauftritt bevor!

Da keins der Airport-Hotels alle Kollegen aufnehmen konnte und auch die Weiterreise nur in kleineren Gruppen möglich war, wurden Schicksalsgemeinschaften gebildet. Ein paar Kollegen wurden sogar an eine weiter entfernte Pension verwiesen. Der Taxifahrer stellte sich als komplett ortsunkundig heraus und bescherte ihnen noch eine längere nächtliche Irrfahrt. Da kamen Erzählungen aus den Anfangsjahren unseres Orchesters in den Sinn, wo es üblich war, dass jeder Kollege für die Findung seines Nachtlagers selbst verantwortlich war...

Zur Weiterreise hieß es dann für die erste Gruppe um 4 Uhr in der Frühe (!) aufstehen, um über Kopenhagen nach Aalborg zu fliegen. Sie kam um 10.30 Uhr an. Die zweite Gruppe durfte zwar bis um 7.00 Uhr schlafen, hatte dann aber nach einem Flug in die „Legostadt“ Billund noch eine dreistündige Busfahrt nach Aalborg zu überstehen. Sie hatten dann noch geschlagene 2 ½ Stunden Zeit bis zur Anspielprobe vor dem Konzert!

Dass das Konzert trotz dieser Odyssee ein Erfolg wurde, lag am hohen Berufsethos unseres Orchesters.

Ulf Prelle

Herr Engel von der Agentur Tour und Moll

Herr Engel von der Agentur Tour und Moll