Großartiger Abschluss der Asien-Tournee

Begeistertes Publikum in Seoul

Unser letzter Konzerttag bietet bei herrlich sonnigem Herbstwetter die Gelegenheit, etwas für die Seele zu tun. Ein halber Tag reicht, um die Nase an die Luft zu stecken. Erstaunlich, wie viele schöne grüne Flecken die Stadt Seoul besitzt, ist die Metropolregion doch mit 24 Mio. Menschen  - etwa die Hälfte der Einwohner des ganzen Landes – reichlich frequentiert, am Horizont sieht man nicht enden wollende Betonwohnsiedelungen. Doch die Berge reichen bis in das Stadtzentrum. Am Kaiserpalast bietet sich so mit der beginnenden Laubfärbung ein wunderbarer Hintergrund zu den alten Palastgebäuden.

Am Abend findet unser Konzert im Seoul Arts Center statt. Zuvor treffen sich hier unser Intendant und eine sächsische Wirtschaftsdelegation in persona Dirk Hilbert und der Staatssekretärin des sächsischen Wirtschaftsministeriums mit potentiellen koreanischen Partnern der Firmen Bosch und Volkswagen Korea. Es erwartete uns ein mit 2500 Menschen voll besetzter schöner Weinbergsaal, welcher überhaupt nicht seine Größe in den Vordergrund rückt. Die Akustik ist traumhaft, das Publikum auch: schon mit der Lohengrin-Ouvertüre haben wir das Publikum zu Bravo-Rufen entfesselt. Bei Brahms’ Violinkonzert ist jede kleinste Nuance quasi kammermusikalisch zu hören, das Leise-Spielen macht Spaß und wir verschmelzen mit Julia Fischer zu einer traumhaften Einheit im Geist. Bravos, als Zugabe spielt sie nun wieder den 3. Satz aus der 3. Hindemith-Solosonate und reißt das Publikum zu Jubel und Kreischen hin. Mit Bachs Sarabande aus der d-moll-Partita besänftigt sie die Emotionen auf wunderbar schlichte Weise. Übrigens spielte sie auf der gesamten Tournee eine gerade 1 Jahr junge neue Geige. Unglaublich, wie groß diese klingt und sich von Konzert zu Konzert entwickelte!

Nach der Pause loten wir die Extreme der Partitur Tschaikowskis 4. Sinfonie aus – der Saal animiert unglaublich zu lebendigem Agieren und transportiert unseren warmen Klang bei gleichzeitig bester Durchhörbarkeit. Im Saal herrschte eine unbeschreibliche Spannung, das Publikum wagte sich 4 Sätze lang kaum zu rühren. Am Ende ein Orkan an Beifall und Bravo-Rufen – unser Gefühl auf der Bühne hat nicht getäuscht, wir haben die Herzen der Menschen erreicht.

Nachtrag:Nicht zuletzt gilt unser großer Dank wieder den Orchesterwarten. Sie hatten manche logistische harte Nuß zu knacken -  bis hin zu den schockierenden Erlebnissen, dass zwei Kontrabässe beschädigt auf der Bühne ankamen. Ihre Hilfe und beruhigende Arbeitsweise war unentbehrlich!

Daniel Thiele

  • Besucher vor dem Konzert in Hongkong Besucher vor dem Konzert in Hongkong
  • Signierstunde mit Julia Fischer Signierstunde mit Julia Fischer
  • Sonderabfertigung im Flughafen Sonderabfertigung im Flughafen
  • Letztes Konzert im Seoul Arts Centre Letztes Konzert im Seoul Arts Centre
  • Probe Probe
  • Tragödie Tragödie
  • Konzert im Seoul Arts Centre Konzert im Seoul Arts Centre
  • Julia Fischer bei der Probe Julia Fischer bei der Probe
  • Seoul Palast Seoul Palast
  • Konzert in Seoul Konzert in Seoul
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  • Michael Sanderling mit den Konzertmeistern Michael Sanderling mit den Konzertmeistern