1. Konzert in Korea am 29. Oktober 2013

Man spielt nur mit dem Herzen gut!

Nach dem langen Reisetag ist nun erst einmal Ausschlafen angesagt und dann ein genüssliches Frühstück am reichhaltigen Buffet, welches eine interessante Mischung aus koreanischen und europäisch amerikanischen Speisen anbietet.

Der Tag geht schnell vorbei, ein Bus macht sich, vollgestopft mit übwilligen Philharmonikern, deutlich früher auf den Weg zum Konzertort als im Reiseplan vorgesehen. Längst nicht alle Musiker konnten ihr Instrument als Handgepäck ins Flugzeug mitnehmen und brauchen so noch etwas mehr „Tuchfühlung“ mit ihrem „Arbeitsgerät“ als die halbstündige Anspielprobe ermöglicht. Als es dann später gemeinsam losgeht, wird allen Beteiligten schnell klar, was uns hier erwartet. Der Saal klingt so, wie er aussieht: nüchtern, klar und etwas spröde. Da ist er gerade an das richtige Orchester geraten! Die Dresdner Philharmoniker packen ihren samtig-weichen Klang aus, Sanderling treibt mit weit ausladenden Gesten zu höchster Emotionalität an, - und schon haben wir das Publikum auf unserer Seite, erste Bravorufe nach der kurzen Wagner-Einleitung. Dann endlich wieder einmal Dvořáks Violinkonzert mit Julia Fischer. Sie taucht hinein in die wunderbare Musik.Tanzt, singt, mal fordernd, mal schmeichelnd, aber immer mit einem warmen, zu Herzen gehenden Ton. Die Zuhörer klatschen begeistert und rufen zu Dutzenden laut Bravo. Eine hinreißend gemeisterte Paganini-Caprice ist der Lohn. Die Fans hoffen noch auf weitere Zugaben, unsere Konzertmeisterin Heike Janike muss durch ihr Aufstehen das Zeichen zur Pause geben. Dann die 4. Sinfonie von Brahms, ein Herzstück des Orchesters. Die Sprödigkeit der Akustik macht den Klang gut durchhörbar, wir gießen alle Wärme und Emotionalität hinein, die in uns steckt. Nach vier durchlebten Sätzen bricht ein Begeisterungssturm los, die Koreaner machen ihrem Ruf, die Italiener des Ostens zu sein, alle Ehre. Da kommt uns ungebremste Begeisterung entgegen! Der 5. Ungarische Tanz von Brahms, ein echter Zugabenhit, wird gleich erkannt und mit einem kurz aufbrausenden Beifall begrüßt. Einigen Koreanern steckt wohl noch das Oktoberfest in den Gliedern, sie versuchen kurz mit zu klatschen, dann kann die Musik wieder für sich sprechen. Der Applaus und weitere Bravorufe begleiten uns noch bis in die Gaderoben. Ein zu Herzen gehender Konzertabend.

Ulf Prelle

  • Applaus nach dem Konzert in Incheon Applaus nach dem Konzert in Incheon
  • Probe Probe
  • Applaus nach dem Konzert in Incheon Applaus nach dem Konzert in Incheon
  • Probe Probe
  • Stimmführer und Diensteinteiler auf der Seitenbühne Stimmführer und Diensteinteiler auf der Seitenbühne
  • Busfahrt zur Anspielprobe Busfahrt zur Anspielprobe