Welcome to Florida

01. März 2015, Martin Bülow

Was die Dresdner Philharmonie in Florida Anfang März erwartet, ist uns bestens von vorhergehenden Tourneen bekannt. Das mittlere Florida - nördlich von West Palm Beach und südlich von Gainsville - ist die bevorzugte Überwinterungsgegend für den aufgeklärten, im Alter fortgeschrittenen, kulturaffinen Ostküstler. Gepflegte Wohnsiedlungen, traumhafte riesige Strandhäuser und ein gehobenes Preisniveau in der Gastronomie und dem Einzelhandel sind Zeichen einer krisenfesten Wohlstandslage. Um die 6 Stunden Zeitverschiebung zu kompensieren und sich zu akklimatisieren ist die Gegend für ein deutsches Orchester hervorragend geeignet.

Die erste Station der Reise ist die 50.000 Einwohner Stadt Sarasota. Weltweite Aufmerksamkeit erhielt der Ort am 11. September 2001, da sich zum Zeitpunkt der Terroranschläge auf das New Yorker World Trade Center der amerikanische Präsident George W. Bush in der Emma-E.-Booker-Grundschule für einen Pressetermin aufhielt.

  • Unser Instrumententransport beim verladen in Sarasota © Martin Bülow Unser Instrumententransport beim verladen in Sarasota © Martin Bülow
  • Die Techniker der Dresdner Philharmonie mit geliehenem Dienstfahrzeug © Martin Bülow Die Techniker der Dresdner Philharmonie mit geliehenem Dienstfahrzeug © Martin Bülow
  • Der freie Tag am Strand © Martin Bülow Der freie Tag am Strand © Martin Bülow
  • Vier Kolleginnen im Glück © Martin Bülow Vier Kolleginnen im Glück © Martin Bülow
  • Ankunft der Instrumente © Nikolaj Lund Ankunft der Instrumente © Nikolaj Lund
  • Schwieriger Aufbau einer Kesselpauke © Nikolaj Lund Schwieriger Aufbau einer Kesselpauke © Nikolaj Lund
  • Inspiration vor dem Konzert © Nikolaj Lund Inspiration vor dem Konzert © Nikolaj Lund
  • Probenatmosphäre © Nikolaj Lund Probenatmosphäre © Nikolaj Lund
  • Sarasota - Van Wezel Performing Arts Hall © Nikolaj Lund Sarasota - Van Wezel Performing Arts Hall © Nikolaj Lund

Die 1968 -1970 erbaute Van Wezel Hall (etwa gleichzeitig zum Kulturpalast Dresden) ist eine geschmackliche Herausforderung.

Die unversteckt fliederhafte Farbgebung, die sich von außen nach innen durch das Gebäude zieht, bestätigt dem Besucher die Nähe zum naheliegenden Walt Disney Vergnügungspark. Aber haben wir nicht alle Micky Maus und Donald Duck geliebt?

Der künstlerische Schwerpunkt des Saales liegt dann auch nicht auf dem Zelebrieren von sinfonischer Hochkultur, sondern ist bunt gemixt. Paul Anka, das russische Staatsballett, Itzhak Perlman, Chris Botti und alle berühmten Musicals wechseln sich auf dieser Bühne ab. Aber die »Great Performers Series« im Zuge derer wir eingeladen waren - beinhaltet im 70. Jahr des Bestehens Klangkörper wie: Royal Philharmonic Orchestra; Murray Perahia und weitere klassische Leuchttürme.

Neben dem Hauptwerk des Nachmittags - der 7. Sinfonie von Beethoven - hat die Philharmonie die »Rokoko-Variationen« für Cello und Orchester von Tschaikowsky und die »Geisha- Suite« - ein Werk des Filmmusik-Komponisten John Williams im Gepäck. Das Publikum besteht größtenteils aus gepflegten, älteren Herrschaften, die unglaublich höflich, zuvorkommend und entspannt den Nachmittag mit uns genossen. Johannes Moser und Michael Sanderling verstehen sich wortlos und so war unser erstes Konzert ein großer Erfolg - vor einem stehend applaudierenden Publikum...