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Ein freier Tag!

Nach 4 Konzerten gibt es für das ganze Orchester einen freien Tag. Manche lassen diesen Tag ganz geruhsam verstreichen und bleiben in der Nähe des Hotels. Andere nutzen ihn um sich besondere Sehenswürdigkeiten im Großraum Tokyo anzuschauen.

Für die, die nicht weit fahren möchten, bietet sich ein Besuch des vor zwei Jahren vollendeten neuen höchsten Gebäude Tokyos an: dem 634 Meter hohen Skytree. Er ist der neue Funk und Fernsehturm, von dessen Aussichtsplattform man an klaren Tagen einen herrlichen Blick über die Stadt und ins weitere Umland hat. Leider war es eher regnerisch und so besuchten einige Kollegen lieber das unter dem Turm gelegene gut bestückte Aquarium.

Wer es ruhiger haben wollte besuchte z.B den Meji-Park mit einem berühmten Schrein und einem großen englischen Garten mit schönem alten Baumbestand. Gleich daneben liegt die unter Studenten berühmte Catstreet, eine kleine autofreie Straße mit vielen alternativen Läden, die Schmuck bis selbstgemachte Bonbons anbieten.

Für meinen Sohn und mich bot sich die Besteigung des berühmten und von den Japanern sehr verehrten Berg Fuji an. Er liegt zwei Busstunden südlich von Tokyo. Man kann gleich auf die auf 2200 Meter Höhe gelegene 5. Station fahren und dann die Besteigung in Angriff nehmen. Für die verbleibenden gut 1500 Höhenmeter benötigt man 4-5 Stunden. Sie führen, je nach Aufstiegsrute, in Serpentinen auf einem breit angelegten Weg durch das Lavageröll oder auf dem direkten Weg recht steil über scharfkantige, spitze Felsen den Berg hinauf. Auf drei Zwischenstationen bieten in der Hauptsaison dutzende von kleinen Restaurants und Verkaufshäuschen Erfrischungen, Verpflegung und, für den, der es nötig hat, auch kleine Sauerstoffflaschen um den erlahmenden Muskeln auf die Sprünge zu helfen. Für ungefähr die letzten 300 Höhenmeter vereinigen sich die verschiedenen Aufstiegsrouten zu einem schmalen Pfad, der nun in kurzen Schleifen den immer steiler werdenden Berg hochschlängelt. Bald dann kündigen zwei schöne Holztore den nahenden Gipfel an. An unserem Tag stiegen wir die meiste Zeit in einer dichten nassen Wolkendecke auf. Erst kurz vor dem Gipfel stießen wir durch sie hindurch und die warme Sonne und eine herrliche Sicht über ein weites Wolkenmeer belohnte unsere Mühe. Oben angekommen fiel nach einem kurzen Plateau das Gelände in den 200 Meter tiefen Vulkankrater ab. Eindrucksvolle Felswände und steil abfallende Schneefelder fesselten den Blick. Den Abstieg bewältigten wir ohne Probleme und mieteten uns in ein kleines Hotel ein. Ein Bad in heißem Quellwasser und ein typisches japanisches Abendessen mit verschiedensten Meeresfrüchten ließen den Tag geruhsam ausklingen. Früh am nächsten Morgen machen wir uns auf den Heimweg. Neben dem unvergesslichen Erlebnis war ein heftiger Muskelkater für die nächsten Tage unser Begleiter.

Ulf Prelle