Solisten-Archiv

Dagmar Manzel

Dagmar Manzel

In Berlin geboren, gehört die Absolventin der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin zu den erfolgreichsten deutschen Schauspielerinnen. Von 1980 bis 1983 war sie am Staatsschauspiel Dresden engagiert, von 1983 bis 2001 gehörte sie dem Ensemble des Deutschen Theaters Berlin an. Seither ist sie freiberuflich als Schauspielerin und Sängerin tätig.

Dagmar Manzel hat für ihre Arbeit am Theater zahlreiche Preise erhalten. Von der Kritiker-Jury der Zeitschrift »Theater Heute« wurde sie zur »Schauspielerin des Jahres 2002« gewählt, für Luc Percevals Inszenierung »Traum im Herbst« (Autor: Jon Fosse). Sie spielte u.a. die Blanche in »Endstation Sehnsucht« in einer der letzten Inszenierungen von Thomas Langhoff am Berliner Ensemble.

In Film und Fernsehen spielte sie u. a. in »Coming out« von Heiner Carow und in Helmut Dietls »Schtonk« und 1997/98 drehte sie den Dreiteiler »Der Laden«, für den das Darstellerteam den Grimme-Preis in Gold erhielt. In der Serie »Klemperer - Ein Leben in Deutschland« spielte Dagmar Manzel die Frau des jüdischen Professors Klemperer (ausgezeichnet mit dem Deutschen Fernsehpreis 2000). Für ihre Rolle in dem Fernsehfilm von Kai Wessel »Leben wäre schön« bekam sie 2004 den Adolf-Grimme-Preis und den Bayerischen Fernsehpreis. Für ihre Rollen in den Filmen »Nachrichten« von Matti Geschonneck und »Als der Fremde kam« von Andreas Kleinert wurde sie 2006 mit den Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. In dem Kinofilm »Frei nach Plan« von Franziska Meletzky war sie in der Rolle der Rocksängerin Anne zu sehen und erhielt auf dem Internationalen Filmfestival in Shanghai den Preis als beste Darstellerinnen.

Zu ihren neuesten Arbeiten für das Kino zählen »Die Unsichtbare« (2010, Regie Christian Schwochow), »Die verlorene Zeit« (2010, Regie Anna Justice) und »Zettl« (2011, Regie Helmut Dietl). Für die Rollen in »Die Un-sichtbare« und in »Zettl« bekam sie 2012 den Deutschen Schauspielerpreis. Mit ihrer Arbeit in »Die Unsichtbare« wurde sie mit dem Deutschen Filmpreis 2012 ausgezeichnet.

In den letzten Jahren hat sich Dagmar Manzel auch im Bereich Hörbuch weiter profiliert. So gewann sie den Deutschen Hörbuchpreis 2013 in der Kategorie »beste Interpretin« für Ihre Lesung des Romans »August« von Christa Wolf. Die mit ihr produzierten Hörbücher umfassen Werke von James Joyce (»Dubliner«), Judith Schalansky (»Der Hals der Giraffe«) und Henry David Thoreau (»Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat«). Mit vielen dieser Texte ist sie europaweit immer wieder auch live zu erleben.

Eine besondere Liebe Dagmar Manzels gilt der Musik: Nach ihrem erfolgreichen Solo-Liederabend »Ich bin ein Wesen leichter Art« brillierte sie am Deutschen Theater in der Titelpartie der Offenbach-Operette »Die Groß-herzogin von Gerolstein« und als Périchole in der Offenbach-Operette »La Périchole« am Berliner Ensemble. Ein weiterer Beweis Ihrer Vielseitigkeit ist der Abend »Irgendwo auf der Welt …«, der an die Vertreibung des Komponisten Werner Richard Heymann aus Deutschland erinnert. Im April 2013 ist sie damit in einem Gedenk-konzert des Landes Berlin in Zusammenarbeit mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas teil des Themenjahrs 2013 »Zerstörte Vielfalt«. Dieser Abend ist auch auf CD erschienen.

Erfolgreiche Gastspiele führen sie immer wieder ins europäische Ausland. So zuletzt im Jahr 2013 nach Zürich ins Theater Rigliblick mit der Lesung »Cassandra« und nach London in die Queen Elizabeth Hall, wo sie gemein-sam mit Mitgliedern der Berliner Philharmoniker das Programm »Berlin Cabaret« vorstellte.

Die Partie der Mrs. Lovett in »Sweeney Todd« in der Spielzeit 2004/05 war ihre erste Arbeit an der Komischen Oper Berlin. In den Spielzeiten 2006/07 sowie 2010/11 sang sie als Solistin in den Neujahrskonzerten. Seit 2008 tritt sie mit großem Erfolg als Lilli Vanessi/Katharina in »Kiss me, Kate« auf und seit November 2010 verkörpert Dagmar Manzel ebenfalls an der Komischen Oper Berlin die Rößl-Wirtin Josepha Vogelhuber in Sebastian Baumgartens Inszenierung »Im Weißen Rößl«. Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit mit Barrie Kosky in »Kiss me, Kate« haben beide eine von Publikum und Presse gleichermaßen gefeierte Version von »Sieben Songs/Die sieben Todsünden« von Brecht/Weill kreiert, die im Februar 2012 Premiere an der Komischen Oper Berlin hatte. Und ab dem 9. Juni 2013 ist sie als Madeleine de Faublas in einer der spektakulärsten Jazz-Operetten der Weimarer Zeit am Haus in der Behrenstraße zu erleben, im Ball im Savoy von Paul Abraham.