Solisten-Archiv

Jan Vogler

Jan Vogler

Seit er sich seinem Instrument verschrieben hat, arbeitet Jan Vogler beständig daran, das Farbspektrum seines Celloklangs auszudehnen, und verfeinert im ständigen Dialog mit renommierten zeitgenössischen Komponisten und Interpreten seine musikalische Sprache – mit aller Leidenschaft und immer auch mit dem nötigen Maß Risiko. Die New York Times bewunderte Jan Voglers »lyrisches Gespür«, das Gramophone Magazine lobt seine »schwindelerregende Virtuosität«, und die Frankfurter Allgemeine Zeitung attestiert ihm die Gabe, »sein Cello wie eine Singstimme sprechen lassen zu können«. Jan Vogler ist Künstlerischer Leiter des Moritzburg Festivals bei Dresden und seit Oktober 2008 auch Intendant der Dresdner Musikfestspiele. 2006 erhielt Jan Vogler den Europäischen Kulturpreis und 2011 den Erich-Kästner-Preis für Toleranz, Humanität und Völkerverständigung. Für seine höchst erfolgreiche Einspielung von Bachs sechs Suiten für Cello solo wurde Jan Vogler mit dem ECHO Klassik 2014 in der Kategorie »Instrumentalist des Jahres (Cello)« ausgezeichnet.

Die Saison 2014/15 führt ihn u. a. zum WDR Sinfonieorchester nach Köln, zum NDR Sinfonieorchester Hamburg, zur Staatskapelle Halle oder auch zum Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia. Mit dem Barockorchester La Folia geht er auf eine Tournee um seine neuste CD zu präsentieren, auf der er zusammen mit dem Ensemble selten gehörte, frühklassische Venezianische Cellokonzerte präsentiert. Kammermusikalisch stehen wieder Rezitale sowohl mit Hélène Grimaud als auch mit Martin Stadtfeld auf dem Programm. In der Spielzeit 2013/14 hatten Jan Vogler Orchester wie die Bamberger Symphoniker, das mdr Sinfonieorchester, die Philharmoniker Hamburg, das Taiwan und das Copenhagen Philharmonic oder auch das Konzerthausorchester Berlin eingeladen. In zahlreichen Konzerten präsentierte er Bachs Suiten für Violoncello solo. Im Frühjahr 2013 wurde deren Einspielung bei Sony veröffentlicht, die sich beeindruckend lang in den Klassik-Charts hielt, und im August 2013 folgte die Schumann-Kammermusik-CD »Dichterliebe1 mit Hélène Grimaud u. a.

Jan Vogler, der heute mit seiner Frau und beiden Töchtern in Dresden und in New York lebt, begann seine Karriere als erster Konzertmeister Violoncello in der Staatskapelle Dresden im Alter von 20 Jahren. Diese Position gab er 1997 auf, um sich ganz auf seine erfolgreiche Tätigkeit als Solist zu konzentrieren. Zu deren Höhepunkten zählen ganz sicher die Auftritte mit dem New York Philharmonic, sowohl in New York als auch im Rahmen der Wiedereröffnung der Dresdner Frauenkirche im November 2005 unter Lorin Maazel. Er konzertierte mit Orchestern wie den Chicago, Boston, Pittsburgh, Montreal und Cincinnati Symphony Orchestras, dem Mariinsky Orchestra, der Sächsischen Staatskapelle, den Wiener Symphonikern, den Münchner Philharmonikern und mit The Knights. Mit den Pianisten Martin Stadtfeld und Hélène Grimaud verbindet ihn eine regelmäßige Zusammenarbeit.

Jan Voglers Orchesterrepertoire beinhaltet neben den bekannten Werken für Violoncello auch so ausgefallene Stücke wie das Vogler gewidmete Cellokonzert »Dunkle Saiten« von Jörg Widmann und das Cellokonzert »Ubi Est Abel Frater Tuus?« von Tigran Mansurian sowie die ebenfalls eher selten gehörten Konzerte von Barber, Graf, Hasse, Bürger und das hochvirtuose Konzert von Michael Haydn. 2010 veröffentlichte Neos seine Einspielung der Cellokonzerte von Elliott Carter und Udo Zimmermann (Uraufführung) mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Kristjan Järvi.

2003 begann Jan Voglers erfolgreiche Aufnahmetätigkeit bei Sony Classical mit einer Einspielung von Richard Strauss’ Don Quixote und der Romanze mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter Fabio Luisi. Preisgekrönte Früchte dieser Kooperation sind u. a. die Aufnahme des Cellokonzerts von Dvořák mit dem New York Philharmonic unter David Robertson sowie zwei Mozart-Einspielungen mit Künstlern des Moritzburg Festivals (ECHO Klassik »Kammermusik-Einspielung des Jahres« 2006). Erwähnung verdienen ebenso die bei Berlin Classics erschienenen Einspielungen der Cellokonzerte von Samuel Barber und Erich Wolfgang Korngold sowie die Aufnahme der Cellokonzerte von Robert Schumann und Jörg Widmann (ECHO Klassik »Bester Instrumentalist« 2002).

Für seine CDs »My Tunes« 1 und 2 (2007 und 2010) hat Jan Vogler kurze Charakterstücke eingespielt, ebenfalls 2007 wurde »Concerti Brillanti«, seine Aufnahme frühklassischer Cellokonzerte mit dem Münchener Kammerorchester und Reinhard Goebel veröffentlicht. Es folgte »Tango!«, mit Tango-Kompositionen für verschiedene Besetzungen, aufgenommen mit Künstlern des Moritzburg Festivals. 2009 veröffentlichte Sony die CD »Experience«, aufgenommen mit dem New Yorker Orchester The Knights, mit Werken von Schostakowitsch (Cellokonzert Nr. 1 u.a.) und Jimi Hendrix. Im Herbst 2009 erschienen Bach-Sonaten mit Martin Stadtfeld und im Januar 2010 die zweite CD mit The Knights, auf der Jan Vogler mit Dvořáks Waldesruh zu hören ist. 2011 erschien, mit Kolleginnen und Kollegen des Moritzburg Festivals, Schuberts Forellenquintett. Im Frühjahr 2013 wurde seine Einspielung der Sechs Suiten für Cello solo von J. S. Bach bei Sony veröffentlicht (ECHO Klassik 2014) und im August 2013 folgte die Schumann-Kammermusik-CD »Dichterliebe« mit Hélène Grimaud u. a.

Jan Vogler spielt das Stradivari-Cello »Castelbarco/Fau« von 1707.