Solisten-Archiv

Louis Lortie

Louis Lortie

Der frankokanadische Pianist Louis Lortie hat in Europa, Asien und den USA für seine facettenreichen Interpretationen viel Kritikerlob erhalten - nicht zuletzt deshalb, weil er ein breites Repertoire auslotet und sich nicht auf einen bestimmten Stil festlegt. Die London Times beschreibt sein Spiel als »stets makellos und immer fantasievoll« und erkennt darin eine »Kombination aus größter Spontaneität und nachdenklicher Reife, die nur wirklich große Pianisten auszeichnet.«

Seine starke Affinität zu den Werken Beethovens fand ihren Ausdruck in der Aufführung sämtlicher Beethoven-Sonaten in der Wigmore Hall in London, im Ford Centre Toronto, in der Berliner Philharmonie sowie in der Sala Grande del Conservatorio Giuseppe Verdi in Mailand. Die Welt beschrieb seine Auftritte in Berlin als »die möglicherweise schönsten Beethoven-Interpretationen seit Wilhelm Kempff«. In seiner Heimatstadt Montréal spielte und dirigierte er mit dem Sinfonieorchester der Stadt sämtliche Klavierkonzerte Beethovens und Mozarts.
Auch mit seinen Interpretationen von Werken Ravels und Chopins hat Louis Lortie große Anerkennung erhalten. In London und Montréal spielte er für BBC und CBC sämtliche Werke für Klavier von Ravel; seine Chopin-Recitals werden weltweit gefeiert. Über sein Konzert in der Queen Elizabeth Hall urteilte die Financial Times: »Ein besserer Chopin als dieser ist nirgendwo zu hören.«
Im Andenken an den 200. Geburtstag von Franz Liszt spielte Louis Lortie die vollständigen Années de Pèlerinage u.a. in Weimar, Berlin, Bayreuth, beim Rheingau Musik Festival, in Brüssel, Lissabon, New Yorker und London. Die Los Angeles Times schrieb: »Ein Glückstag in zweifacher Hinsicht: wegen Louis Lortie’s aufsehenerregender Virtuosität und wegen der eindrucksvollen Musik, die das Klavierrepertoire revolutioniert hat! Das Publikum konnte sich zu Recht rühmen, bei Louis Lorties atemberaubender Interpretation der kompletten Années zugegen gewesen zu sein […]«
In der Saison 2014/2015 folgte Louis Lortie einer Wiedereinladung nach Sydney, Australien, mit D’Indys »Symphony on a French Mountain Air«, die er zusammen mit Sydney und Adelaide Symphony Orchestra spielte. Weitere Engagements führten ihn mit Francks Symphonischen Variationen nach Chicago, wo er mit dem Chicago Symphony unter Charles Dutoit spielte. Und er wird nach Warschau und Krakau zurückkehren, Rezitale in Londons Wigmore Hall, im Berliner Konzerthaus, in Mailand, Calgary und Brüssel geben. Schwerpunkt seiner Rezitale in 14/15 sind die Präludien von Fauré und Scriabin, dessen Todestag sich im Jahr 2015 zum 100. Mal jährt.

Louis Lortie arbeitet mit namhaften Dirigenten, so unter anderem mit Riccardo Chailly, Lorin Maazel, Kurt Masur, Seiji Ozawa, Charles Dutoit, Kurt Sanderling, Neeme Järvi, Sir Andrew Davis, Wolfgang Sawallisch, Sir Mark Elder und Osmo Vänskä. Zu seinen Kammermusikpartnern zählen Frank Peter Zimmermann, Leonidas Kavakos, Renaud und Gautier Capuçon, Jan Vogler, Augustin Dumay, das Takacs Quartett und das Tokyo String Quartet. Seine ständige Duo-Partnerin am Klavier ist die Kanadierin Hélène Mercier, mit der er erfolgreiche Einspielungen bei Chandos vorzuweisen hat.

Für Chandos hat Louis Lortie über 30 CDs eingespielt, das Repertoire reicht dabei von Mozart bis Stravinsky. Eine Aufnahme des Klavierkonzerts von Lutoslawski und den Paganini Variationen mit Edward Gardner und dem BBC Symphony Orchestra wurde veröffentlicht. Seine CD mit allen Beethoven-Sonaten war »Editor’s Choice« des Gramophone Magazine. Im April 2015 erschien seine neueste Aufnahme von Chopin Waltzern und Nocturnes.

Seine mit dem Edison Award ausgezeichneten Aufnahmen von Beethovens Eroica-Variationen beschrieb Gramophone als »voluminös und selbstbewusst, kraftvoll, aber doch empfindsam«, während seine Interpretationen von Schumann (einschließlich Bunte Blätter) und Brahms vom BBC Music Magazine als eine der besten CDs des Jahres eingestuft wurden. Lorties Chopin-Etüden reihte das Magazin in die »50 Recordings by Superlative Pianists« ein, und seine Interpretation des Liszt-Gesamtwerks für Klavier und Orchester mit dem Residenzorchester Den Haag war »Editor’s Choice« in Gramophone. Weitere veröffentlichte Titel sind »To the Distant Beloved« (Werke von Beethoven, Schumann und Liszt) und Francks »Symphonic Variations« mit dem BBC Symphony Orchestra. Für das kanadische Label ATMA Classique hat Lortie Mendelssohn-Konzerte mit dem Sinfonieorchester Quebec sowie - unter seiner Leitung - dessen Reformationssinfonie eingespielt.