Solisten-Archiv

Marina Prudenskaya

Marina Prudenskaya

Geboren in St. Petersburg studierte Marina Prudenskaja Gesang bei Prof. Evgenia Gorochovskaja am Staatlichen Konservatorium St. Petersburg. Später nahm sie privaten Unterricht bei Brigitte Eisenfeld in Berlin, der sich bis heute fortsetzt.

Zahlreiche Preise begleiten ihre Laufbahn. So wurde sie Preisträgerin u.a. beim Internationalen Antonín-Dvořák-Wettbewerb (Karlsbad), erhielt 2000 für ihre Verkörperung von Bizets Carmen den 1. Preis beim Festival »Moskauer Operndebüts« und wurde 2003 erste Preisträgerin beim 52. ARD-Musikwettbewerb.

Ihr erstes Engagement erhielt sie 1998 am berühmten Stanislawski-und-Nemirowitsch-Danschenko-Musiktheater in Moskau. Dort sang sie, neben der preisgekrönten Carmen, die klassischen lyrischen Rollen ihres Fachs wie Pauline in »Pique Dame«, Ratmir in Glinkas »Ruslan und Ljudmila« und Olga in »Eugen Onegin«. 2000 wechselte sie an das Staatstheater Nürnberg. Dort erweiterte sie ihr Repertoire und sang Partien wie Dorabella in »Così fan tutte«, Nicklausse in »Les contes d’Hoffmann« und Cherubino in »Le nozze di Figaro«. Darüber hinaus sammelte sie erste Erfahrungen im Bereich des Barock mit Orfeo in Glucks gleichnamiger Oper, Klytämnestra in »Iphigénie en Aulide« oder Bradamante in Vivaldis »Orlando Furioso«». Zugleich bereitete sie ihren Eintritt ins dramatische Mezzofach vor mit Partien wie Azucena in »Il trovatore«, Preziosilla in »La forza del destino« und Mère Marie in Poulencs »Dialogues des Carmélites«. Diese große Spannbreite des Repertoires zeichnet die Sängerin bis heute aus.

2005 wurde Marina Prudenskaja Ensemblemitglied an der Deutschen Oper Berlin und sang dort u.a. Arsace in Rossinis »Semiramide«, Hänsel in »Hänsel und Gretel«, Preziosilla in »La forza del destino« sowie Fricka, Waltraute und Erda in »Der Ring des Nibelungen«. 2006 gab sie ihr Debut bei den Bayreuther Festspielen als Flosshilde in der Neuproduktion von »Der Ring des Nibelungen« unter Christian Thielemann.

2007 wechselte sie in das Ensemble der Staatsoper Stuttgart. Dort sang sie bisher Disinganno in Händels »Il trionfo del tempo e del disinganno«, Bradamante in »Alcina«, Cecilio in Mozarts »Lucio Silla«, Rosina in »Il barbiere di Siviglia«, Adalgisa in Bellinis »Norma«, Federica d’Ostheim in Verdis »Luisa Miller«, Amneris in »Aida«, Carmen, Brangäne in »Tristan und Isolde« und Octavian in »Der Rosenkavalier«. In der Spielzeit 2012/13 wird sie neu die Partie der Fenena in »Nabucco« sowie 1. Norn und Waltraute in Götterdämmerung übernehmen.

Über ihre festen Engagements hinaus ist Marina Prudenskaja häufig an anderen Häusern im In- und Ausland zu Gast. So sang sie Ulrica in »Un Ballo in maschera« am Nationaltheater Mannheim und an der Hamburgischen Staatsoper, Orlovsky in »Die Fledermaus« an der Opéra de Nice, Ernestina in Rossinis »L’equivoco stravagante« beim Rossini Opera Festival in Pesaro, Ariodante in Händels gleichnamiger Oper am Theater Basel und Mary in »Der Fliegende Holländer« an De Nederlandse Opera Amsterdam. Dort war sie außerdem in Pierre Audis Inszenierung der »Walküre« zu erleben. In den kommenden beiden Spielzeiten wird sie ebenfalls in Pierre Audis Inszenierung von »Der Ring des Nibelungen« die Partie der Erda übernehmen. Beim Maggio Musicale Florenz und im Palau de les Arts in Valencia sang sie unter Zubin Mehta Flosshilde in »Das Rheingold«, mit der gleichen Partie feierte sie unter dem Dirigat von Daniel Barenboim ihr Debut an der Mailänder Scala. Weiterhin war sie u.a. bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen, dem Aalto-Theater Essen, an der Oper Frankfurt, der Staatsoper Berlin, der Bayerischen Staatsoper München, beim Aix-en-Provence Festival, am Teatro Petruzzelli in Bari, an der Opera Hong Kong oder der Opéra de Monte-Carlo zu hören. In nächster Zeit wird sie Waltraute in »Götterdämmerung« unter Daniel Barenboim an der Staatsoper Berlin und der Mailänder Scala singen, außerdem Ulrica in »Ballo in maschera«, ebenfalls an der Scala, Disinganno in Händels »Il trionfo del tempo e del disinganno« in Bern und Azucena in »Il trovatore« am Theater an der Wien.

Außerdem tritt Marina Prudenskaja regelmäßig als Konzertsängerin in Erscheinung, sei es in konzertanten Opernproduktionen, Konzerten oder Liederabenden. So sang sie die Isaura in der gefeierten konzertanten Aufführung von Meyerbeers »Margherita d’Anjou« an der Oper Leipzig, die Olga in »Eugen Onegin« mit dem Bayerischen Rundfunkorchester unter Mariss Jansons in München und Luzern, die Venus im »Tannhäuser« an der Berliner Philharmonie unter Marek Janowski, eine Produktion, die demnächst auch auf CD erscheinen wird. Sie war in Ligetis »Requiem« an der Oper Lissabon zu hören und, jeweils unter der Leitung von Mariss Jansons, in Verdis »Messa da Requiem« in der Berliner Philharmonie und bei den Salzburger Osterfestspielen sowie in Janačeks »Glagolitischer Messe« am Gasteig in München und in Luzern. Mit Skrjabins »Sinfonie Nr. 11« mit dem NHK Symphony Orchestra in Tokio unter Vladimir Ashkenazy gab sie ihr Debut in Japan. Jüngst sang sie in Verdis »Messa da Requiem« u.a. mit dem New Japan Philharmonic Orchestra, mit dem Deutschen Symphonie Orchester Berlin und mit dem Pittsburgh Philharmonic Orchestra sowie in Strawinskys »Le rossignol« mit Jukka Pekka Saraste und dem WDR Sinfonieorchester Köln. Dieses Konzert wird demnächst auf CD erscheinen. Ihr Liedrepertoire umfasst Liederzyklen von Mahler, Wagner, Schostakowitsch, Mussorgski, de Falla, Granados und Ligeti. Zukünftige Projekte umfassen Konzerte mit Verdis »Messa da Requiem« mit Mariss Jansons und dem Orchester des Bayerischen Rundfunks in München und Wien sowie mit Christian Thielemann und der Staatskapelle Dresden in Dresden und bei den Salzburger Festspielen, außerdem wird sie als Waltraute in der »Götterdämmerung« mit Marek Janowski und dem Rundfunksinfonieorchester Berlin zu hören sein. Auch diese Produktion wird auf CD erscheinen.

Marina Prudenskaja sang darüber hinaus unter Dirigenten wie Hartmut Haenchen, James Conlon, Vladimir und Dmitri Jurowski, Lothar Zagrosek, Andrea Marcon, Alberto Zedda, Manfred Honeck, Renato Palumbo, Stefan Soltesz, Daniel Harding und Christoph Poppen, um nur einige zu nennen.

Sie arbeitete mit Regisseuren wie u.a. Martin Kušej, Calixto Bieito, Carlus Padrissa (La Fura dels Baus), Stefan Herheim, John Dew, Guy Cassiers, David Poutney, Jossi Wieler/Sergio Morabito, Sebastian Nübling und Katharina Wagner.

Eine Reihe von CD-Einspielungen dokumentieren das vielseitige künstlerische Schaffen Marina Prudenskajas. Sie ist zu hören auf der Aufnahme von Schnittkes »Faust Cantata«, von Emil Nikolaus von Rezniceks »Vier Buß- und Betgesänge«, von Dargomizhskys »Russalka«, von Rossinis »L’equivoco stravagante«, von Wagners »Das Rheingold« und «Götterdämmerung» unter der Leitung von Zubin Mehta sowie von »Die Walküre« und »Der Fliegende Holländer« unter der Leitung von Hartmut Haenchen.

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