Solisten-Archiv

Michael Smallwood

Michael Smallwood

Der australische Tenor begann seine Gesangsausbildung am Victorian College of Arts parallel zu einem Jurastudium an der Universität Melbourne. 1999 wurde er Stipendiat der Australian National Academy of Music und setzte dann, als Gewinner der Australian Singing Competition, sein Studium an der Juilliard School in New York fort. Erste Engagements führten ihn an das Chicago Opera Theatre und zum Aspen Music Festival, dem Melbourne International Festival of the Arts und an die Opera Australia. Bei den Metropolitan Opera National Auditions war er Finalist. Im selben Jahr sang er bei Neuproduktionen der Santa Fe Opera Andres / Wozzeck und Marzio / Mitridate, Re di Ponto.
In Europa machte Michael Smallwood zunächst als Mitglied der Hamburgischen Staatsoper auf sich aufmerksam, wo er in einem breiten Repertoire u.a. als Kudrjasch / Katja Kabanova, in Eötvös’ Tri Sestri, als Remendado / Carmen, als David / Meistersinger von Nürnberg, als Truffaldino / Die Liebe zu den drei Orangen und als Pang / Turandot auf der Bühne stand. Außerdem konzertierte er unter der Leitung von Ingo Metzmacher mit dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg. Im Sommer 2003 war er in Katja Kabanova und Così fan tutte in Santa Fe zu hören. Er war außerdem als Gast an der Vlaamse Oper, am Staatstheater Karlsruhe, am Theater Lübeck und am Bremer Theater zu
erleben. Am Palais Garnier in Paris debütierte er im Juni 2004 in Robert Carsens neuer Inszenierung von Capriccio an der Seite von Renée Fleming.
2005 feierte er sein Debüt in Glyndebourne in Flight von Jonathan Dove und kehrte 2006 für Brittens
Sommernachtstraum zurück. Außerdem trat er bei den Händel-Festspielen Karlsruhe sowie unter der Leitung von W. Christie in Lyon als Ferrando / Cosi fan tutte auf. Bei der Ruhrtriennale debütierte er in Zimmermanns Die Soldaten. Außerdem war er an der Komischen Oper Berlin in Händels Pasticcio als Orest unter Thomas Hengelbrock zu Gast.
2007/08 kehrte er in einer szenischen Produktion von Martins Le vin herbé unter der Leitung von Friedemann Layer und der Regie von Willy Decker zur Ruhrtriennale zurück. Zudem gab er sein Debüt an der Nederlandse Oper Amsterdam als Pedrillo / Entführung aus dem Serail sowie mit dem Tagebuch eines Verschollenen am Gran Teatre del Liceu in Barcelona.
In der jüngeren Vergangenheit debütierte er als Horace in Liebermanns Schule der Frauen an der Opéra Nationale de Bordeaux und gab Gastspiele an der Vlaamse Opera in Antwerpen, der Opéra de Lyon sowie der Staatsoper Unter den Linden (Candide). Er gastierte erneut an der Komischen Oper Berlin (Rinaldo in Glucks Armida) sowie in Frankreich (Visitor in Philip Glass’ The Penal Colony) und am Staatstheater Kassel (Chevalier de la Force/Dialogues des Carmélites).
Seit der Spielzeit 2010/11 ist Michael Smallwood Mitglied des Ensembles der Oper Halle, wo er z. B. als Don Ottavio / Don Giovanni, Tamino / Zauberflöte, Fenton / Falstaff, Belmonte / Die Entführung aus dem Serail und Maler / Lulu zu hören war. In der Spielzeit 2012/13 singt er u.a. die Partien des Lyonel / Martha, Alfred / Die Fledermaus, Hippolyt / Phaedra (Henze) sowie Händel’s Oronte / Alcina und Fernando / Almir, letztere bei den renommierten Händel-Festspielen.
Noch in diesem Jahr wird Michael Smallwood an die Staatsoper Berlin zurückkehren (Der Rosenkavalier und Die Zauberflöte). Weitere Engagements sind u.a. Camille / Die Lustige Witwe an Belgiens Zomeropera, Don Ottavio/Don Giovanni in Dijon, und Konzerte in Italien, Deutschland und Australien.
Aufnahmen: Max Bruch »Arminius« Hermann Max/Göttingen Symphony/ CPO; Britten »A Midsummer Night’s Dream« Volkov/London Philharmonic Orchestra/Glyndebourne Festival; Wagner »Parsifal« und »Die Meistersinger von Nürnberg« Janowski/Rundfunk-Sinfonie-Orchester und -Chor Berlin/PentaTone Classics.
DVD’s: R. Strauss »Capriccio« Schirmer/Carsen/Opera National de Paris (2004); Zimmermann »Die Soldaten« Sloane/ Poutney/RuhrTriennale (2006); Mozart »Die Entführung aus dem Serail« Carydis/Symons/Netherlanse Opera (2008); »Moses und Aron« Boder/Decker/RuhrTriennale (2009).
Michael Smallwood ist Gesangsstudent bei W. Steven Smith (New York) und Sami Kustaloglu (Berlin).