Die Dresdner Philharmonie – Tradition und Innovation

Musik für alle

Das ist der Anspruch der Dresdner Philharmonie. Das Orchester steht für Konzerte auf höchstem künstlerischen Niveau, musikalische Bildung für jedes Alter und den Blick über den musikalischen Tellerrand hinaus. Gastspiele auf fast allen Kontinenten und die Zusammenarbeit mit Gästen aus aller Welt haben den Ruf der Dresdner Philharmonie in der internationalen Klassikwelt verankert. Seit der Konzertsaison 2019/2020 ist Marek Janowski zum zweiten Mal Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Dresdner Philharmonie. Schon in seiner ersten Amtszeit von 2001 bis 2003 überzeugte er durch ungewöhnliche und anspruchsvolle Programme.

Glücksfall Konzertsaal

2017 wurde der neue Konzertsaal im Kulturpalast mitten in Dresdens Altstadt eröffnet. Er ist ein Glücksfall für die Dresdner Philharmonie, für die Stadt und für die gesamte Musikwelt. International gilt er mittlerweile als Geheimtipp, und auch die Dresdnerinnen und Dresdner fühlen sich in seinen 1800 korallenroten Sitzen und umgeben vom „Dresdner Klang“ ihres Orchesters zu Hause. Ideale Bedingungen für die Dresdner Philharmonie, ihr Klangideal weiter zu formen, Programme zu profilieren und für alle da zu sein kann, die Musik lieben. Im romantischen Repertoire hat sich das Orchester einen eigenen warmen, runden Klang bewahrt. Darüber hinaus zeichnet es sich durch eine klangliche und stilistische Flexibilität sowohl für die Musik des Barock und der Wiener Klassik als auch für moderne Werke aus.

Einhundertfünfzig Jahre

Selbstbewusst und musikhungrig: 1870 ergriffen Dresdner Bürger die Initiative und begründeten die Geschichte der Dresdner Philharmonie. Sie gaben der Stadtkapelle in ihrem Gewerbehaus die Möglichkeit, Konzerte zu veranstalten und waren selbst aufmerksames Publikum. Ab 1885 gab es regelmäßig Philharmonische Konzerte, bis sich das Orchester 1923 seinen heutigen Namen gab. In den ersten Jahrzehnten standen Komponisten wie Brahms, Tschaikowski, Dvořák und Strauss mit eigenen Werken am Pult. Paul van Kempen formte es ab 1934 zu einem erstklassigen Ensemble. Nach ihm prägten u. a. Kurt Masur (seit 1994 auch Ehrendirigent), Marek Janowski, Rafael Frühbeck de Burgos und Michael Sanderling das Orchester. Den musikalischen Spitzennachwuchs fördert das Orchester in der Kurt Masur Akademie.

Treues Publikum

Interessiert, informiert und vor allem treu. Kaum ein anderes deutsches Orchester ist mit seinem Publikum so verbunden wie die Dresdner Philharmonie. Dieser Treue verdankt das Orchester auch, dass es bedrohliche Krisen überstand: 1923 in der ersten großen Wirtschaftskrise nach dem Ersten Weltkrieg, 1933, als die Nazis an die Macht kamen, 1944/45 nach der Schließung aller Konzerthäuser und der Bombardierung der Stadt. Und auch in den Jahren nach 1989/90 war es ihr Publikum, das der Dresdner Philharmonie die Treue hielt. Hart auf die Probe gestellt wurde es mit der Corona-Pandemie, und gerade hier zeigte sich, wie wichtig ihm das Orchester ist. Dafür wurde es vom Kulturmagazin concerti zum Publikum des Jahres 2020 gewählt.

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Klassische Musik am Sonntagvormittag mit Malte Arkona erkunden, das Orchester mit der Schulklasse erleben, selbst mal ein Instrument ausprobieren können – junge Menschen mit ihrer Neugier auf Musik sind der Dresdner Philharmonie wichtig. Dafür stehen die etwa 35 Familien- und Schulkonzerte jedes Jahr ebenso wie die Partnerschaft mit einer Dresdner Grundschule und natürlich immer mehr digitale Angebote. Überhaupt geht die Dresdner Philharmonie online ständig neue Wege, ob mit Streamings, der Konzerteinführung digital, einer Kurzfilmreihe über das Team hinter den Kulissen, dem Podcast für junge Leute oder auch einem 360-Grad-Rundgang durch den Kulturpalast.

Immer wieder hören

1937 begann das Orchester, Schallplatten aufzunehmen. Heute verzeichnet die Diskografie der Dresdner Philharmonie fast 330 Werke. Zu den neueren Aufnahmen zählt ein CD-Zyklus unter der Leitung von Michael Sanderling mit sämtlichen Sinfonien von Dmitri Schostakowitsch und Ludwig van Beethoven (Sony Classical). Mit Chefdirigent Marek Janowski hat die Dresdner Philharmonie Mascagnis „Cavalleria rusticana“ und Puccinis „Il Tabarro“ aufgenommen (PentaTone). Und die Corona-Pause 2020/2021 nutzten Chefdirigent und Orchester für Aufnahmen von Beethovens „Fidelio“, Schuberts „Großer“ Sinfonie C-Dur und dessen „Unvollendeter“ sowie der vier Sinfonien von Schumann.

Sie wollen mehr über die Geschichte unseres Orchesters wissen? Hier können Sie unsere Festschrift zum 150jährigen Jubiläum lesen und herunterladen.