Philharmonie im Kulturpalast
Konzertsaal im Kulturpalast
39 € | 33 € | 25 € | 18 €
9 € Schüler, Studenten


Opus 131

Beethoven 250

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#WEITERHÖREN:

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 61

Wir möchten zwei denkbar unterschiedliche und doch gleichermaßen faszinierende Aufnahmen empfehlen. 1953 spielte Wilhelm Furtwängler kurz vor seinem Tod mit Yehudi Menuhin und dem Philharmonia Orchestra London Beethovens Violinkonzert ein. Furtwänglers Interpretationen führten eine im 19. Jahrhundert von Richard Wagner ausgehende Auffassung fort, die Interpretation als Neuschöpfung begriff. Ganz in diesem Sinne sind Furtwänglers Aufnahmen subjektiv durchglüht, aber dieser subjektive Ansatz beruht auf genauester Analyse und Durchdringung der Partitur.
2014, gut sechzig Jahrzehnte nach Furtwängler und Menuhin, interpretierten Patricia Kopatchinskaja und das von Philippe Herreweghe geleitete hr-Sinfonieorchester in der Alten Oper Frankfurt Beethovens Violinkonzert. Herreweghe ist einer der prominentesten Vertreter der historischen Aufführungspraxis, der versucht, den Facettenreichtum von Werken der Vergangenheit durch genauestes Studium der verfügbaren Quellen zu erschließen, die nicht nur den Notentext meinen, sondern auch die jeweilige Musikpraxis der Entstehungszeit der Werke, soweit sie noch zu rekonstruieren ist. Dabei geht es nicht darum, Vergangenheit im nostalgischen Sinne zu beschwören, sondern den musiksprachlichen Reichtum der Werke hörbar zu machen. Das kann auch mit einem modernen Klangkörper wie dem hr-Sinfonieorchester gelingen, der – wie man heute sagt – historisch informiert zu spielen in der Lage ist.

 

Yehudi Menuhin und das Philharmonia Orchestra London unter Leitung von Wilhelm Furtwängler, Studioproduktion 1953

1. Satz: https://www.youtube.com/watch?v=_NUvy-LSrDQ&t=137s
2. Satz: https://www.youtube.com/watch?v=DKSKdl75Fuc
3. Satz: https://www.youtube.com/watch?v=kVWPlrvVlzI

Patricia Kopatchinskaja und hr-Sinfonieorchester unter Leitung von Philippe Herreweghe in der Alten Oper Frankfurt am 31. Oktober 2014

https://www.youtube.com/watch?v=xr9KmgDFwMc



 

Ludwig van Beethoven
Streichquartett cis-Moll op. 131

 

Zu den Vorzügen des Internets gehört es, dass es jedem Interessierten möglich ist, die Interpretationsgeschichte mancher Werke über ein Jahrhundert hinweg nachzuvollziehen. Das betrifft natürlich auch ein so außerordentliches Meisterwerk wie Beethovens Quartett cis-Moll op. 131. Dieses Quartett liegt in Einspielungen der meisten Spitzenensembles der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit vor, aber selbst eine Einspielung mit dem Rosé-Quartett aus dem Jahr 1927 ist verfügbar. Dieses Quartett existierte von 1882 bis 1945. Der Primarius Arnold Rosé, Konzertmeister der Wiener Philharmoniker und verheiratet mit Gustav Mahlers Schwester Justine, war von Anfang bis Ende dabei. Das letzte Konzert gab das Quartett in Rosés Todesjahr 1945 im Londoner Exil. Hört man diese Aufnahme, ahnt man etwas von der Expressivität und Sinnlichkeit, welche die Wiener Tradition auszeichnete und man bekommt einen Eindruck von einer heute abhanden gekommenen Spielkultur mit vielen Portamenti, Rubati und einer überaus lebendigen Phrasierung und Artikulation. Absolute technische Makellosigkeit hingegen wird weniger erstrebt. 
Wir stellen dieser frühen Einspielung von op. 131 zwei Interpretationen an die Seite, die Stationen der Interpretationsgeschichte beleuchten mögen: Aufnahmen mit dem Budapest String Quartet (1951) und dem Quatuor Ébène aus dem Jahr 2015, dessen Beethoven-Interpretationen Sie in unseren Konzerten erleben konnten und hoffentlich bald wieder erleben können.
Von der Version für Streichorchester hingegen finden sich nur wenige Einspielung. Berühmt wurde diejenige mit Leonard Bernstein und den Streichern der Wiener Philharmoniker aus dem Jahr 1981, aufgezeichnet im Wiener Konzerthaus. Bernstein selbst bezeichnete diese Aufführung als den Höhepunkt seiner Zusammenarbeit mit dem Orchester und die Einspielung als die gelungenste in seiner gesamten Diskographie.
Es ist vielleicht interessant, dem Spiel dieses Klangkörpers, in dem spieltechnische Perfektion und die spezifische Wiener musikalische Tradition vereint sind, die Aufführung eines denkbar anders gearteten Ensembles gegenüber zu stellen. Beim Ilumina Festival 2020 im brasilianischen São Paulo fanden sich junge Musikerinnen und Musiker aus verschiedenen südamerikanischen Ländern zusammen und haben Beethovens Quartett in einer so hingebungsvollen Art und mit hinreißender Energie interpretiert, dass man sich dem Spiel dieses Ensembles schwerlich entziehen kann. Leider sind nur die letzten beiden Sätze des Quartetts in einer Aufzeichnung verfügbar.

Wiener Philharmoniker, Wiener Konzerthaus, 1981
Dirigent: Leonard Bernstein
https://www.youtube.com/watch?v=wYGTurA-5bA

Ilumina Festival, São Paulo, 2020
nur Sätze 6 und 7

https://www.youtube.com/watch?v=tOUaLYJQeK8

Rosé Quartett, 1927
https://www.youtube.com/watch?v=dasXU5FprG4
https://www.youtube.com/watch?v=sadutkvxrYw
https://www.youtube.com/watch?v=Kgbn4fo0aeo

 

Budapest String Quartet, 1951
https://www.youtube.com/watch?v=kP1_ET8Y0Oc

 

Quatuor Ébène, Festival Wissembourg, 2015
https://www.youtube.com/watch?v=-0u6tfY_tkc

Ludwig van Beethoven
Konzert für Violine und Orchester D-Dur (1806)
Streichquartett cis-Moll op. 131 (1826)
(Fassung für Streichorchester)

Marek Janowski | Dirigent
María Dueñas | Violine
Dresdner Philharmonie