• Georg Katzer © Angelika Katzer Georg Katzer © Angelika Katzer

Philharmonie im Kulturpalast
Kulturpalast
5 € pro Veranstaltung

„… und der Zukunft zugewandt …“ III

Musik und Lesung

Thementag 30 Jahre nach dem Mauerfall

Gesungen wurde die oben zitierte Zeile aus der Nationalhymne der DDR schon seit den 1970er Jahren nicht mehr, da im Text später „Deutschland, einig Vaterland“ beschworen wurde, das längst nicht mehr Staatsziel war. Als dann 1990 Deutschland tatsächlich geeint wurde, hatte das für viele Protagonisten der zeitgenössischen Musik der DDR einschneidende Folgen. Ihre Musik, die zuvor oft quer stand zu den Forderungen einer staatskonformen Kunst, wurde nun ziemlich vollständig ins Abseits gedrängt.

Wir stellen einige Werke erneut zur Diskussion – nicht nur als Zeitdokumente, sondern als Kunstwerke, die dank ihrer Qualität unverändert Relevanz haben. Sie reflektieren Phänomene, die heute höchst aktuell sind in einer Sprache, deren Wucht und Expressivität man sich schwerlich entziehen kann. Zu Gast ist u.a. das Collegium Novum Zürich, das sich immer wieder für die „Ost-Moderne“ eingesetzt hat. Paul-Heinz Dittrichs atemberaubend virtuose Kammermusik II erklingt ebenso wie Friedrich Goldmanns klangsinnliche Sonata a quattro und Georg Katzers „La fabbrica abbandonata“, das auf der Grundlage eines Textes von Wolfgang Hilbig eine apokalyptische Vision in sächsischer Industrielandschaft entfaltet.

Auf Einladung der Dresdner Philharmonie
In Kooperation mit Deutschlandfunk Kultur

Paul-Heinz Dittrich
Kammermusik II für Oboe, Violoncello, Klavier und elektronische Klänge (1974)
Georg Katzer
„La fabbrica abbandonata III“ für Ensemble, Sprecher, Sopran und Tonband (2010/11)
Text („Die verlassene Fabrik“) von Wolfgang Hilbig (1971)
Wilfried Jentzsch
„Tamblingan“ für elektroakustische Klänge und Video (2010)
Friedrich Goldmann
Sonata a quattro für 16 Spieler (1989)
Einführungen
Lesungen

Jonathan Stockhammer | Dirigent
Peter Schweiger | Sprecher
Catriona Bühler | Sopran
Collegium Novum Zürich