Thierry Escaich

Palastorganist 2020|2021

© Guy Vivien

Komponist und Organist zugleich: Thierry Escaich ist eine einzigartige Persönlichkeit der zeitgenössischen Musik und einer der bedeutendsten französischen Komponisten seiner Zeit. Mit seinen über 100 Werken der verschiedensten Genres und Formen begeistert er ein breites Publikum. Sein Schaffen ist geprägt von der französischen Kompositionstradition und nimmt Bezug auf zeitgenössische, volkstümliche und spirituelle Musik; mit ihrem lyrischen, harmonischen Charakter und ihren rhythmischen Energien formen seine Kompositionen eine eigene, unverwechselbare Klangwelt.

Seine Arbeiten umfassen intime Werke wie auch umfangreiche Stücke, zu letzteren zählen beispielsweise die Chaconne für Orchester, das Oratorium „Le dernier Evangile“ und das Doppelkonzert für Violine und Cello „Miroir d’ombres“. Seine erste Oper „Claude“ mit einem Libretto von Robert Badinter auf Victor Hugos „Claude Gueux“ wurde im März 2013 an der Opéra de Lyon mit großem Erfolg uraufgeführt. Zu seinen jüngsten Werken gehören das Violakonzert „La nuit des chants“ für Antoine Tamestit sowie das Orgelkonzert Nr. 3 „Quatre visages du temps“, das er 2017 gemeinsam mit dem Orchestre National de Lyon zur Europäischen Erstaufführung brachte.

Escaichs Werke werden von führenden Orchestern in Europa und Nordamerika sowie von Musikern wie Lisa Batiashvili und Francois Leleux, Valery Gergiev, Renaud und Gautier Capuçon, Emmanuelle Bertrand und Paul Meyer aufgeführt. Escaich unterrichtet Komposition und Improvisation am Pariser Konservatorium, wo er auch selbst studierte. Seit 2013 ist er Mitglied der Académie des Beaux-Arts in Paris.

Thierry Escaichs Karriere als Komponist ist eng mit seiner Laufbahn als Organist verbunden – er ist einer der Botschafter der großen französischen Improvisationsschule nach Maurice Duruflé, dem er als Organist der Kirche St-Étienne-du-Mont in Paris folgte. Er tritt international in Rezitals auf, kombiniert dabei Repertoirestücke mit seinen eigenen Kompositionen und Improvisationen. Seine Leidenschaft für das Kino veranlasste ihn, „Cine-Concerts“ zu geben, improvisierte Begleitungen an Orgel oder Klavier für Stummfilme wie „Das Phantom der Oper“ oder „Metropolis“.

Viele von Escaichs Werken wurden von Accord/Universal aufgenommen. Kürzlich wurde die von Kritikern viel gelobte CD „Baroque Song“ bei Sony Classical veröffentlicht. Sein 2011 erschienenes Album „Les nuits hallucinées“ krönte seine Residenz mit dem Orchestre National de Lyon und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den „Choc de l’année“ des Magazins Classica als herausragende Veröffentlichung des Jahres.

An der Eule-Orgel im Kulturpalast war er bereits in der vergangenen Saison zu Gast. Nun kehrt er als Palastorganist wieder und ist sowohl im Orgelkonzert am Silvesterabend zu erleben als auch im Zusammenspiel mit dem Ellipsos Saxophone Quartet. Gemeinsam mit der Dresdner Philharmonie präsentiert er seine Sinfonische Dichtung „La barque solaire“.