Olivier Latry

Palastorganist 2021|2022

© Deyan Parouchev

Der französische Organist Olivier Latry ist heute einer der bedeutendsten Konzertorganisten der Welt. Er ist einer der drei Titularorganisten an der Kathedrale Notre-Dame in Paris, Professor für Orgel am Pariser Konservatorium, emeritierter Organist des Montreal Symphony Orchestra in Kanada, Palastorganist an der Dresdner Philharmonie für die Jahre 2020/2021.

Nachdem er in den letzten Jahren in mehr als fünfzig Ländern auf fünf Kontinenten aufgetreten ist, möchte sich Olivier Latry nicht auf ein bestimmtes Repertoire spezialisieren, sondern nun vielmehr alle Stile der Orgelmusik sowie die Kunst der Improvisation erkunden.

In seiner bisherigen Laufbahn führte er zur Feier eines der größten Komponisten des 20. Jahrhunderts, Olivier Messiaen, drei komplette Orgelzyklen (je sechs Konzerte) in der Kathedrale Notre-Dame in Paris, der Kirche St. Ignatius Loyola in New York City und der St. Paul's Cathedral in London auf. Zudem weihte er viele bedeutende Orgeln in Konzertsälen auf der ganzen Welt ein, darunter die Verizon Hall (Philadelphia, USA), der Palast der Künste (Budapest, Ungarn) und der Musikverein (Wien, Österreich).  Im Jahr 2014 spielte er die Eröffnungskonzerte in La Maison Symphonique (Montréal, Kanada) und ein Konzert als Teil der Eröffnungskonzertreihe in der Royal Festival Hall in London (UK).

Zusätzlich zu Konzerten und seiner Lehrtätigkeit produzierte der Organist viele Aufnahmen. Zu seinen jüngsten gehören eine Aufnahme für Warner Music 2016 auf der neuen Rieger-Orgel der Philharmonie de Paris, sowie mit dem Label Naïve eine Aufnahme mit dem Titel "Trois Siècles d'Orgue Notre-Dame de Paris" mit Musik, die von früheren und aktuellen Organisten der Kathedrale Notre-Dame komponiert und auf der Orgel der Kathedrale Notre-Dame aufgeführt wurde.

Olivier Latry wurde 1962 in Boulogne-sur-Mer, Frankreich, geboren, wo er sein Musikstudium begann. Später besuchte er die Musikakademie in St. Maur-des-Fossés und studierte Orgel bei Gaston Litaize. Von 1981 bis 1985 war er Titularorganist der Kathedrale von Meaux und gewann im Alter von 23 Jahren den Wettbewerb, um eine von drei Stellen als Titularorganist der Kathedrale Notre-Dame in Paris. Gemeinsam mit Philippe Lefebvre und Jean-Pierre Leguay wurde er somit Nachfolger von Pierre Cochereau. 1990 trat er die Nachfolge seines Lehrers Gaston Litaize als Orgelprofessor an der Musikhochschule von St. Maur-des-Fossés an und wurde 1995 zum Professor für Orgel am Pariser Konservatorium ernannt, wo er bis heute zusammen mit seinem angesehenen Kollegen Michel Bouvard unterrichtet.   

In Anerkennung seiner herausragenden Arbeit auf dem Gebiet des Orgelspiels und -unterrichts erhielt Herr Latry viele prestigeträchtige Auszeichnungen und Ehrentitel, darunter den Prix de la Fondation Cino et Simone Del Duca (Institut de France-Académie des Beaux-Arts) im Jahr 2000 sowie "Honoris Causa"-Stipendien von der North and Midlands School of Music (UK) im Jahr 2006 und vom Royal College of Organists (UK) im Jahr 2007. Im April 2009 wurde er von der New Yorker Ortsgruppe der American Guild of Organists als "International Performer of the Year" ausgezeichnet. 2010 erhielt er die Ehrendoktorwürde der McGill University in Montreal, Kanada.

An der Eule-Orgel im Kulturpalast war er bereits in der vergangenen Saison zu Gast. Nun kehrt er als Palastorganist wieder und ist sowohl im Orgelkonzert am Silvesterabend zu erleben als auch im Zusammenspiel mit dem Ellipsos Saxophone Quartet. Gemeinsam mit der Dresdner Philharmonie präsentiert er seine Sinfonische Dichtung „La barque solaire“.