© Yoshika Horita

Brad Mehldau

Brad Mehldau, eine der lyrischsten und intimsten Stimmen des zeitgenössischen Jazz-Pianos, hat einen einzigartigen Weg gefunden, Jazz-Improvisation, romantische klassische Musik und die eingängige Wirkung von Popmusik miteinander zu verbinden. Von der Musikkritik wird er für seine Arbeit als Bandleader hoch gelobt und ist auch durch seine Zusammenarbeit mit Künstler:innen wie Pat Metheny, Renée Fleming und Joshua Redman weltweit bekannt geworden. Er erhält nach wie vor zahlreiche Auszeichnungen und wird sowohl von traditionellen Jazz-Fans als auch von generellen Musikliebhaber:innen sehr bewundert.

Seine Versuche, sowohl im Trio als auch solistisch musikalische Ausdrucksformen verschmelzen zu lassen, haben zu brillanten Neuinterpretationen von Songs zeitgenössischer Songwriter wie The Beatles, Cole Porter, Radiohead, Paul Simon, Gershwin und Nick Drake geführt, neben seinem umfangreichen und sich ständig weiterentwickelnden Katalog eigener Kompositionen. Mit seiner selbsterklärten Liebe zur Popmusik und seiner klassischen Ausbildung ist "Mehldau der einflussreichste Jazz-Pianist der letzten 20 Jahre" (The New York Times).

Brad Mehldaus musikalische Persönlichkeit ist zweigeteilt: Er ist in erster Linie ein Improvisator und begeistert sich für die Überraschungen und die Momente des Staunens, die sich aus einer spontanen musikalischen Idee ergeben können, welche direkt und in Echtzeit zum Ausdruck kommt. Aber er hegt auch eine tiefe Faszination für die formale Architektur der Musik, die alles prägt, was er spielt. In seinen inspirierendsten Stücken dient ihm die eigentliche Struktur seines musikalischen Gedankengangs zum Ausdrucksmittel. Während er spielt, hört er zu, wie sich Ideen entfalten und in welcher Reihenfolge sie sich offenbaren. Jedes Stück hat einen stark spürbaren narrativen Bogen, egal ob dieser sich in einem Anfang, einem Ende oder etwas bewusst Offenem ausdrückt. Die beiden Seiten von Brad Mehldaus Persönlichkeit – der Improvisator und der Formalist – spielen miteinander, und das Resultat ist oft so etwas wie kontrolliertes Chaos.

Er tritt seit Mitte der 1990er-Jahre regelmäßig weltweit auf, sowohl mit seinem Trio als auch als Solopianist. Seine Darbietungen zeichnen sich durch ein breites Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten aus. Der fortlaufende Abstraktionsprozess, der bei einem bestimmten Stück stattfindet, kann oftmals von intellektueller Strenge geprägt sein und eine gewisse Informationsdichte aufweisen. Gleich darauf kann aber eine auf das Wesentliche reduzierte, emotional unmittelbare Ballade folgen. Brad Mehldau liebt es, Extreme nebeneinander zu stellen. Im Laufe der Zeit hat er eine große Fangemeinde gewonnen, die seine Konzerte als besonders intensive und unverwechselbare musikalische Erfahrungen feiert.