© Marco Borggreve

Ken-David Masur

Als „furchtlos, kühn und eine Urkraft“ (San Diego Union-Tribune) sowie als „brillanter und souveräner Dirigent mit unverkennbarem Charisma“ (Leipzig Volkszeitung) gefeiert, begeht Ken-David Masur seine siebte Spielzeit als Music Director des Milwaukee Symphony Orchestra, als Principal Conductor des Civic Orchestra of Chicago sowie als neu ernannter Artistic Partner des Oregon Bach Festival.

Masurs Amtszeit in Milwaukee ist geprägt von innovativer thematischer Programmgestaltung und Brückenbau: darunter ein Festival zur Musik der 1930er-Jahre – der Zeit, in der das Bradley Symphony Center errichtet wurde –, das Water Festival mit lokalen Partnern aus den Bereichen Wasserschutz und Umweltbildung sowie ein neues jährliches stadtweites Bach-Festival, das die zeitlose Strahlkraft der Musik Johann Sebastian Bachs in einer sich wandelnden Welt würdigt. Zudem rief er ein mehrjähriges Artist-in-Residence-Programm ins Leben und leitete hochgelobte Aufführungen großer Chorwerke, darunter eine halbszenische Produktion von Peer Gynt.

In der Saison 2025/2026 wird Masur das 50-jährige Jubiläum des Milwaukee Symphony Chorus mit Aufführungen von Beethovens 9. Sinfonie und der Missa solemnis sowie von Bachs Matthäus-Passion im Rahmen des dritten jährlichen Bach-Festivals feiern. Gemeinsam mit dem MSO arbeitet er erneut mit langjährigen Partnern wie Augustin Hadelich, Orion Weiss, Stewart Goodyear und Nancy Zhou zusammen. Ein besonderes Projekt mit Bill Barclay und Concert Theatre Works würdigt den 250. Geburtstag Amerikas mit einem Programm, das die Musik von Aaron Copland mit Texten von Mark Twain verbindet. In Chicago leitet Masur das Civic Orchestra – das führende Ausbildungsorchester des Chicago Symphony Orchestra – in vielfältigen Programmen, darunter der jährliche Bach-Marathon.

Masur dirigierte renommierte Orchester weltweit, darunter die Los Angeles Philharmonic, die Baltimore Symphony Orchestra, die Detroit Symphony Orchestra, die San Francisco Symphony, das Orchestre National de France, das Minnesota Orchestra, das Rochester Philharmonic Orchestra, das Kristiansand Symphony Orchestra sowie das Yomiuri Nippon Symphony Orchestra. Regelmäßig war er zudem bei Festivals und Sommerresidenzen wie dem Ravinia Festival, dem Tanglewood Music Festival, dem Hollywood Bowl, Grant Park und dem Verbier Festival zu Gast. Zu den jüngsten Höhepunkten zählen seine Abonnement-Debüts bei der New York Philharmonic, dem Chicago Symphony Orchestra und dem National Symphony Orchestra sowie seine triumphale Rückkehr zum Oregon Bach Festival mit einer szenischen Aufführung von Carmina Burana.

Masur setzt sich mit großer Leidenschaft für zeitgenössische Musik ein und hat zahlreiche neue Werke dirigiert und in Auftrag gegeben. Dazu zählen unter anderem Kompositionen von Wynton Marsalis, Augusta Read Thomas, Unsuk Chin, Jessie Montgomery und Alan Fletcher. Weitere US-Erstaufführungen leitete er mit Werken von James B. Wilson, Dobrinka Tabakova, Christopher Cerrone, Edmund Finnis, Eric Nathan und Jacob Beranek.

Einspielungen entstanden mit dem English Chamber Orchestra und der Geigerin Fanny Clamagirand sowie mit dem Stavanger Symphony Orchestra, dessen Aufnahme von WQXR, New Yorks Klassiksender, als „Best New Classical Release“ ausgezeichnet wurde. Zudem erhielt Masur von der Latin Recording Academy eine Grammy-Nominierung in der Kategorie „Best Classical Album of the Year“ für seine Tätigkeit als Produzent des Albums Salon Buenos Aires.

Gemeinsam mit seiner Frau, der Pianistin Melinda Lee Masur, ist er Gründer und Künstlerischer Leiter des Chelsea Music Festival, eines jährlichen Sommerfestivals in New York mit Programmen von Barock und Klassik bis hin zu zeitgenössischer Musik und Jazz, mit besonderem Fokus auf die Verbindung zur Kulinarik und Bildenden Kunst. 2025 feierte das Festival sein 16-jähriges Bestehen und wurde von der New York Times als „Juwel einer Konzertreihe“ gewürdigt. Mit Chelsea Music Festival Records nahm Masur unter anderem Dancing with J.S. Bach, 200° Due Clara sowie Strauss’ Ein Heldenleben für Naxos Records auf.

Geboren und aufgewachsen in Leipzig, erhielt Masur seine Ausbildung an der Mendelssohn-Akademie Leipzig, im Gewandhaus-Kinderchor, an der Hochschule für Musik Detmold sowie an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. Während seines Studiums an der Columbia University wurde er erster Musikdirektor des Bach Society Orchestra & Chorus, mit dem er auf Deutschlandtournee ging und Werke von J. S. Bach und dessen Söhnen einspielte.

Musikvermittlung und die Arbeit mit der nächsten Generation junger Künstlerinnen und Künstler sind ihm ein zentrales Anliegen. Neben seiner Tätigkeit beim Civic Orchestra of Chicago dirigierte er Orchester und leitete Meisterklassen unter anderem an der University of Wisconsin–Milwaukee Peck School of the Arts, dem New England Conservatory, der Manhattan School of Music, der Boston University, dem Boston Conservatory, dem Bunka Kaikan Chamber Orchestra in Tokio, dem Tanglewood Music Center Orchestra und der Juilliard School.

Konzerte mit Ken-David Masur