Quatuor Tchalik © Steve Murez

Quatuor Tchalik

„Aber die eigentliche Offenbarung des Festivals ist das Quatuor Tchalik, das durch Klanghomogenität, Linienführung, Demut und Ehrlichkeit gegenüber der Musik zu inspirieren weiß.“ | Diapason

Das in Paris beheimatete Quatuor Tchalik fällt wohl schon deshalb auf, weil es aus vier Geschwistern besteht. Aufgewachsen in einer russisch-französischen Familie, in der Musik eine wichtige Rolle spielt, musizieren sie bereits seit frühester Kindheit zusammen. Dieser frühe und innige Kontakt mit Kammermusik hat den vier jungen Musiker*innen erlaubt, einen eigenen, natürlichen Zugang zu ausdrucksstarkem wie gestaltungsreichem Quartettspiel zu entwickeln, wodurch eine außergewöhnliche künstlerische Verbindung zwischen ihnen entstand.

Diese Qualitäten wurden gleich beim ersten internationalen Wettbewerb augenscheinlich, an dem das Quartett teilnahm: Beim Internationalen Mozartwettbewerb 2018 in Salzburg gewann das Quatuor Tchalik sensationell den ersten Preis sowie den Sonderpreis für die beste Interpretation eines Mozart-Quartetts.

Daneben erhielt das Quartett zahlreiche Preise renommierter Stiftungen und Institutionen, wie der Fondazione Monte dei Paschi di Siena oder im Rahmen des Tremplin de la Philharmonie de Paris. Zudem genießt das Ensemble die Unterstützung der Fondation Safran pour la musique und wurde Ende 2017 zum dauerhaften Mitglied der Pariser Streichquartett-Talenteschmiede ProQuartet ernannt, sowie im Jahre 2019 Stipendiat der Akademie des Heidelberger Frühlings.

Konzerte führen das Quatuor Tchalik dabei regelmäßig durch ganz Europa, u.a. in die großen Musikzentren Deutschlands, Österreichs, Italiens, Spaniens und der Schweiz, sowie nach Asien, wo sie 2019 mit großem Erfolg in China debütierten. In ihrer Heimat Frankreich sind sie gern gesehener Gast in der Pariser Philharmonie und gaben Ende 2021 ihr vielbeachtetes Debüt im renommierten Pariser Théâtre des Champs-Elysées. Zudem sind die Geschwister auch als Quintett regelmäßig zu erleben, dann ergänzt um ihren Bruder Dania Tchalik am Klavier.

Die Höhepunkte der Saison 22/23 umfassen Konzerte in den Philharmonien von Dresden und Köln, im Pariser Théâtre des Champs-Elysées sowie im Rahmen zahlreicher Festivals, wie den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern oder dem bekannten Streichquartettfest im Pays de Fayence.

Zurückliegende Festivaleinladungen beinhalteten begeisternde Auftritte im In- und Ausland, wie beim Festival Radio France Occitanie Montpellier, beim Rheingau Musik Festival, dem Midis Minimes in Brüssel, beim Heidelberger Frühling, der Flâneries Musicales de Reims, beim Mozartfest Würzburg oder bei der Streichquartett-Biennale der Philharmonie de Paris. Des Weiteren ist das Quartett regelmäßig im europäischen Rundfunk zu erleben, u.a. bei France Musique, Radio Classique, Musiq’3 (RTBF), SWR2, Espace 2 (RTS) oder BBC 3.

Den Grundstein für diesen Erfolg legte das Quatuor Tchalik bereits 2016, als sie an der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid in die Klasse von Günter Pichler aufgenommen wurden, einem Gründungsmitglied des Alban Berg Quartetts. Daneben erhielt das Quartett weitere wichtige Impulse von so bekannten Kammermusiker*innen wie Jan Talich und Vladimír Bukač (Quatuor Talich), Yovan Markovitch (Quatuor Danel), Luc-Marie Aguerra (Quatuor Ysaÿe), Heime Müller (Artemis Quartett), Johannes Meissl (Artis Quartett) oder Krzysztof Chorzelski (Belcea Quartet). Nicht zuletzt dank dieser wertvollen Erfahrungen, die zugleich die große Diversität der europäischen Musiktradition widerspiegeln, konnten die Geschwister Tchalik ihr großes klassisches und romantisches Repertoire entwickeln, das sie heute auszeichnet.

Darüber hinaus begeistert sich das Quartett aber auch für zeitgenössisches Repertoire und setzt sich stark für die Entstehung und Uraufführung neuer Kompositionen ein. So haben sie Werke von Komponisten wie Jacques Boisgallais, Michèle Reverdy und Bastien David uraufgeführt. Auf ihrem 2019 veröffentlichten ersten Album mit dem Titel „Short Stories“, das auf Anhieb mit dem Choc de Classica ausgezeichnet wurde, reüssieren sie mit Kammermusikwerken von Thierry Escaich, mit dem die Geschwister seit langem eine enge Zusammenarbeit verbindet. 2020 brachte das Quatuor Tchalik Pierre Faragos Quale stormo d’augei notturno in der Philharmonie de Paris zur Uraufführung. Die folgende zweite CD des Ensembles widmete sich der Kammermusik von Reynaldo Hahn und wurde mit dem ffff von Télérama ausgezeichnet. Eine dritte CD mit den Quartetten von Camille Saint-Saëns erschien im September 2021 und erhielt neben zahllosen begeisterten Kritiken ebenso den Choc de Classica.

Das gesamte Quatuor Tchalik spielt auf Instrumenten und Bögen, die vom Geigenbauer Philippe Mitéran und vom Bogenmacher Konstantin Cheptitski explizit für das Quartett geschaffen wurden und so die außergewöhnliche Chemie innerhalb des Ensembles unterstreichen.