William Kentridge wurde 1955 in Johannesburg, Südafrika, geboren und ist international für seine Zeichnungen, Filme, Theater- und Opernproduktionen bekannt. Für sein spezielles Verfahren kombiniert er Zeichnungen, Texte, Film, Performance, Musik, Theater und teambasiertes Arbeiten, um Kunstwerke zu schaffen, die ihre Wurzeln in Politik, Wissenschaft, Literatur oder Geschichte haben, dabei aber Raum für Widersprüche und Ungewissheit lassen.
William Kentridges Werke sind seit den 1990er-Jahren in Museen und Galerien auf der ganzen Welt zu sehen, darunter im Museum of Modern Art (MoMA) in New York, im Albertina Museum in Wien, im Musée du Louvre in Paris, in der Whitechapel Gallery in London, im Louisiana Museum of Modern Art bei Kopenhagen, im Museo Reina Sofía in Madrid, im Kunstmuseum Basel, im Zeitz MOCAA und in der Norval Foundation in Kapstadt sowie der Royal Academy of Arts in London. Er hat mehrfach an der Documenta in Kassel (2012, 2002, 1997) und der Biennale in Venedig (2015, 2013, 2005, 1999, 1993) teilgenommen.
Zu seinen Opernproduktionen zählen Mozarts "Die Zauberflöte", Schostakowitschs "Die Nase" sowie Alban Bergs "Lulu" und "Wozzeck", die in Opernhäusern wie der Metropolitan Opera in New York, der Mailänder Scala, der English National Opera in London, der Opéra de Lyon, der Dutch National Opera in Amsterdam, dem Sydney Opera House und den Salzburger Festspielen zu sehen waren.
William Kentridges Theaterproduktionen umfassen "Refuse the Hour", "Winterreise", "Paper Music", "The Head & the Load", "Ursonate", "Sibyl" und "The Great Yes, The Great No" sowie in Zusammenarbeit mit der Handspring Puppet Company "Ubu and the Truth Commission", "Faustus in Africa!", "Il Ritorno d’Ulisse" und "Woyzeck on the Highveld" und wurden in Theatern und auf Festivals weltweit aufgeführt.
2016 gründete William Kentridge in Johannesburg The Centre for the Less Good Idea, einen Raum für reaktionsschnelles Denken und Arbeiten, in dem experimentelle, kollaborative und interdisziplinäre Kunstpraktiken zur Anwendung kommen. Das Zentrum bietet ein fortlaufendes Programm mit Workshops, öffentlichen Aufführungen und Coachings an.
William Kentridge ist Träger der Ehrendoktorwürde mehrerer Universitäten, darunter Yale, London University und Columbia University. Im Jahr 2010 erhielt er den Kyoto-Preis, 2012 wurde er in Frankreich zum Commandeur dans l’ordre des Arts et des Lettres ernannt und hielt die Charles Eliot Norton Lectures an der Harvard University. 2015 wurde er zum Ehrenmitglied der Royal Academy in London ernannt. 2017 erhielt er den Prinzessin-von-Asturien-Preis für Kunst und 2018 den Antonio-Feltrinelli-Preis. 2019 wurde ihm in Tokio der Praemium Imperiale-Preis für Malerei verliehen. Im Jahr 2021 wurde er zum auswärtigen assoziierten Mitglied der französischen Académie des beaux-arts in Paris ernannt. 2022 wurde ihm der Orden Stella d'Italia verliehen und im Jahr 2023 erhielt er den Olivier Award für herausragende Leistungen im Bereich Oper für "Sibyl" in London.
Seine Werke sind zu sehen in den Sammlungen der Art Gallery of Western Australia (Perth), des Art Institute of Chicago, des Carnegie Museum of Art (New York), des San Diego Museum of Art, der Fondation Cartier (Paris), des LACMA (Los Angeles), der Sharjah Art Foundation, des Mudam (Luxemburg), des Musée d’Art Contemporain de Montreal, des MoMA (New York), des MoCA (Los Angeles), des Stedelijk Museum (Amsterdam), der National Gallery of Victoria (Melbourne), der Johannesburg Art Gallery, MAXXI (Rom), des Louisiana Museum of Modern Art (Humlebæk, Dänemark), der National Gallery of Canada (Ottawa), des National Museum of Modern Art (Kyoto), des Israel Museum (Jerusalem), des Inhotim Museum (Brumadinho, Brasilien), der Broad Art Foundation (Los Angeles), des Centre Pompidou (Paris), der Fondation Louis Vuitton (Paris), der National Gallery of Australia (Canberra), des Tate Modern (London), des Sifang Art Museum (Nanjing), der Kunsthalle Mannheim, der Vehbi Koç Foundation (Istanbul), der Luma Foundation (Arles), des Museum of Fine Arts (Budapest), der Fundació Sorigué (Lleida, Spanien), des Guggenheim (Abu Dhabi), der Kunsthalle Praha (Prag) und des Amorepacific Museum of Art (Seoul) sowie in Privatsammlungen weltweit.