Verlorene und gebrochene Paradiese

Glück ist vergänglich, Abschied ist immer nah. 

Nicht jedes Paradies bleibt bestehen. Musik kennt auch das Brüchige, das Unwiederbringliche und das schmerzhaft Schöne im Moment des Verschwindens.

Diese Werke blicken zurück – mit Liebe, mit Wehmut, mit klarem Bewusstsein für die Endlichkeit. Sie lassen hören, wie Hoffnung erschüttert wird und dennoch weiterklingt. Schönheit erscheint hier nicht ungetrübt, sondern kostbar gerade im Wissen um ihren Verlust.

Klage, Trost, letzte Dinge

Mahlers Neunte Sinfonie ist ein großes Werk des Loslassens. Zart, fragil und bisweilen aufgewühlt durchmisst sie Erinnerungen, Lebensfülle und Abschiedsschmerz. Besonders im entrückten Schluss scheint die Musik sich langsam aus der Welt zu lösen. Haydns "Nelson-Messe" hingegen verbindet dramatische Dringlichkeit mit kraftvoller Hoffnung. Bedrohliche Klanggesten treffen auf strahlende Chöre und lassen Klänge zwischen Angst und Vertrauen, zwischen erschütterter Welt und aufgerichtetem Glauben entstehen.

In diesen Kompositionen wird das Paradies nicht behauptet, sondern befragt. Sie führen durch Dunkelheiten hindurch und suchen nach Halt im Unsicheren. Musik wird zum Ort des Abschieds und zugleich des inneren Widerstands gegen das Verstummen.

Glanz, Abgrund, Vergänglicher Traum

Nicht jedes gebrochene Paradies klingt düster. Manchmal trägt es ein Lächeln – und verbirgt doch einen Riss. 

Ein Walzerprogramm mit Werken von Josef Strauß führt mitten hinein in diese schimmernde Zwischenwelt. Seine Musik wiegt und umspielt, sie tanzt und glänzt und lässt doch immer wieder feine Schatten hören. Hinter der tänzerischen Leichtigkeit blitzt Melancholie auf, hinter der höfischen Eleganz eine zarte Wehmut.