Die Königin der Instrumente
Heute kennt man die Orgel vor allem aus der Kirche. Dahin gelangte sie aber erst recht spät. Denn erfunden wurde die Orgel im Orient im 3. Jahrhundert v. Chr. und kam im alten Griechenland und Rom zunächst im Zirkus und auf Theaterbühnen zum Einsatz.
Erst im 14 Jahrhundert hatte fast jede größere Kirche eine Orgel.
Nach der Reformation unterschied sich der liturgische Gebrauch der Orgeln je nach Konfession. In den Lutherischen Kirchen diente sie nun der Unterstützung des Gemeindegesangs.
Orgeln im Konzertsaal haben eine Tradition, die bis ins England des 17. Jahrhunderts zurückreicht. In Deutschland setzte diese Entwicklung etwas später ein. In Sachsen verfügte der Konzertsaal im Leipziger Gewandhaus (erbaut 1781) über eine Orgel.
Die Orgel im Dresdner Kulturpalast eröffnete 1970 eine Reihe von Orgelneubauten für Konzertsäle in der DDR.
Heute kann man sich einen Konzertsaal ohne Orgel kaum noch vorstellen.
Warum aber nun "Königin der Instrumente"? Ganz einfach: weil man auf ihr den Klang fast aller anderen Instrumente "nachmachen" kann. Mit verschiedenen Registern kann der Organist oder die Organistin einstellen, wie die Orgel klingen soll. Das reicht von der zarten hohen Flöte über viele Zwischenschritte bis zur kräftigen tiefen Posaune. Ganz zu schweigen von der Lautstärke, die man – auch abhängig von der Anzahl und Größe der Pfeifen - mit einer Orgel erzeugen kann.
Die heutige Orgel im Konzertsaal des Kulturpalasts wurde von der Firma Eule in Bautzen gebaut und hat sage und schreibe 4109 Pfeifen. Der Organist oder die Organistin bedient sie von einem Spieltisch aus, den man auf der Bühne an eine beliebige Position stellen kann. Die Tasten, die aussehen wie bei einem Klavier, befinden sich auf vier Ebenen, 4 Manuale für die Hände. Gleichzeitig bedient der Organist mit den Füßen auch noch Pedale, mit denen die ganz tiefen Töne erzeugt werden können.
Orgelspielen ist Hochleistungssport! Und für das Publikum sind Konzerte mit Orgel eine wahre Entdeckungsreise in Sachen Klangvielfalt und Ausdrucksreichtum.