Dresdner Philharmonie mit Schostakowitsch und Kentridge-Film zum Dresdner Gedenktag im Kulturpalast

Zum Dresdner Gedenktag am 13. Februar 2026 verbindet die Dresdner Philharmonie Musik und Bild zu einem besonderen Konzerterlebnis: Im Konzertsaal des Kulturpalasts wird der Film „Oh, To Believe in Another World“ des südafrikanischen Künstlers William Kentridge gezeigt. Dazu spielt das Orchester live Dmitri Schostakowitschs Sinfonie Nr. 10 unter der Leitung von Michael Sanderling.

Schostakowitschs Zehnte Sinfonie, uraufgeführt kurz nach Stalins Tod im Jahr 1953, gilt als musikalisch vielschichtige Auseinandersetzung mit der Stalin-Ära und den Erfahrungen von Anpassung, Bedrohung und innerem Widerstand. Sie ist geprägt von Dunkelheit und Schmerz – und zugleich von Momenten, in denen sich Hoffnung und Aufbruch andeuten. Der zweite Satz wird häufig als Porträt Stalins gedeutet.

Michael Sanderling ist dem Werk Schostakowitschs eng verbunden und gilt als einer der führenden Interpreten des Komponisten. Die Gesamteinspielung aller Sinfonien des Komponisten mit der Dresdner Philharmonie unter seiner Leitung wurde von der Kritik hochgelobt (SONY classical, 2019).

William Kentridge schuf seinen Film als visuelle Begleitung zu dieser Sinfonie. Er entstand 2022 und ist in der für Kentridge typischen Collagentechnik geschaffen. Er erzählt von Schostakowitsch und seiner komplizierten Beziehung zur Sowjetunion, von den frühen Jahren nach der Revolution 1917 bis zu Stalins Tod und der Entstehung der Sinfonie.

Musik und Film verbinden sich zu einem Gesamtkunstwerk, das Gedenken und Kunst in Beziehung setzt und zugleich einen Akzent im William-Kentridge-Schwerpunkt der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden 2025/2026 bildet (mit Ausstellungen im Albertinum, im Kupferstich-Kabinett und in der Puppentheatersammlung). Der Film war in Auszügen bereits im Albertinum zu sehen.

William Kentridge selbst über seinen Film

Kurzfassung:

Wie macht man einen Film, der eine Live-Orchesteraufführung begleitet, ohne die Musik zu überdecken oder nur Kulisse zu sein? William Kentridges „Oh, To Believe in Another World“ sucht dafür eine eigene visuelle Sprache zu Schostakowitschs Zehnter Sinfonie.

Ausgehend von Schostakowitschs komplizierter Beziehung zur Sowjetunion blickt der Film aus dem Jahr 1953 auf die Jahrzehnte von 1917 bis zu Stalins Tod zurück. Er spielt in einem scheinbar verlassenen sowjetischen Museum – als Modell aus Pappe im Atelier – und arbeitet mit Collage, Puppen und Schauspiel. So macht er historische Brüche und die Ambivalenzen sichtbar, die Schostakowitsch in seiner Musik verhandeln musste, und verbindet Gegenwartserfahrung mit historischer Erinnerung.

Die gesamte PM finden Sie unten auf der Seite im Downloadbereich.