• Kerem Hasan © Marco Borggreve Kerem Hasan © Marco Borggreve

Philharmonie im Kulturpalast
Konzertsaal im Kulturpalast
39 € | 33 € | 25 € | 18 €
9 € Schüler, Studenten


Debüt Kerem Hasan

Violinkonzert

Aufgrund der aktuellen Situation muss dieses Konzert leider ersatzlos abgesagt werden.
Bereits erworbene Karten können Sie zurückgeben, alle Informationen und Formulare finden Sie hier.
Bei Fragen wenden Sie sich gern an unseren Besucherservice.

 

 » Hier finden Sie den ausführlichen Text zu den Werken, welcher eigentlich für das Programmheft gedacht war.

NUTZEN SIE UNSERE DIGITALEN ANGEBOTE!

#WEITERHÖREN

Auf dem Programm dieses Konzertes standen zwei nahezu gleichzeitig entstandene Werke der beiden wichtigsten skandinavischen Komponisten des anbrechenden Zwanzigsten Jahrhunderts: das Violinkonzert des Finnen Jean Sibelius (1903) und die 1901/02 entstandene 2. Sinfonie „Die vier Temperamente“ des dänischen Komponisten Carl Nielsen. Da wir leider zu den Konzerten, die wir jetzt nicht veranstalten können und von denen wir nicht wissen, ob und wann wir sie nachholen werden, keine Programmhefte produzieren können, liefern wir Ihnen einige Informationen zu den Werken, die Sie im Anschluss an die Hörempfehlungen finden.

Jean Sibelius (1865 – 1957): Konzert für Violine und Orchester d-Moll op. 47 (1903)s
Allegro moderato
Adagio di molto
Allegro ma non tanto

 

Im Jahr 2019 gastierten Hilary Hahn und das von seinem Chefdirigenten Mikko Franck geleitete Orchestre Philharmonique de Radio France im Kulturpalast unter anderem mit Sibelius‘ Violinkonzert. Im gleichen Jahr entstand in Paris mit eben diesen Interpreten der von uns empfohlene Mitschnitt. Dieses Konzert gehört mittlerweile zum Kernrepertoire der konzertanten Werke für Violine und ist entsprechend oft zu hören – selten aber in einer so überzeugenden Interpretation. Neben der tadellos musizierenden Solistin betrifft das vor allem den Orchesterpart, den Mikko Franck mit seinem Pariser Orchester ungemein differenziert anlegt. Selten wohl hat man den Beginn so sphärisch und zart gehört und auch ansonsten prägt ein geradezu kammermusikalischer Stil das Spiel des Orchesters, das ungeahnte Farbwirkungen freisetzt und die Tiefenschichten der Partitur ausleuchtet.

 

https://www.youtube.com/watch?v=J0w0t4Qn6LY

 

 

Carl Nielsen (1865 – 1931): Sinfonie Nr. 2 op. 16 „Die vier Temperamente“ (1901/1902)
Allegro collerico
Allegro comodo e flemmatico
Andante malincolico
Allegro sanguineo

 

Nielsens Zweite Sinfonie möchten wir Ihnen in einer mittlerweile historischen Interpretation vorstellen: eine Filmaufzeichnung aus dem wegen seiner guten Akustik berühmten Konzertsaal des Odd Fellow Palais in Kopenhagen vom 4. August 1967 mit dem Danish National Symphony Orchestra unter Leitung von Leopold Stokowski. Der 1882 geborene englisch-amerikanische Dirigent war damals 85 Jahre alt. (Er starb im Alter von 95 Jahren im Jahr 1977.) Stokowski war einer der legendären Dirigenten des 20. Jahrhunderts, galt als Klangmagier und Vorkämpfer für die Musik seiner Zeit: In seinem Leben dirigierte er rund 7000 Konzerte und hob dabei mehr als 2000 Werke aus der Taufe. Dem jungen Medium Schallplatte stand er aufgeschlossen gegenüber, und so wundert es nicht, dass manche Ersteinspielung wichtiger Werke unter seiner Leitung stattfand – darunter die erste komplette Aufnahme von Mahlers Achter Sinfonie als Konzertmitschnitt mit den New Yorker Philharmonikern aus dem Jahr 1950. Berühmt wurde er auch als Arrangeur: So hüllte er einige von Bachs Orgelwerken in ein spätromantisches Klanggewand. (Ein Filmdokument der Aufführung einer solchen Bearbeitung 1972 in Prag finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=hqh8v8C5mhk)

Stokowski war gewiss ein eher autoritärer Dirigent, der Auseinandersetzungen mit Orchestervorständen nicht aus dem Weg ging. Mit bemerkenswerter Offenheit bekannte er: „Warum Dirigenten und Generäle so alt werden? Vielleicht liegt es am Vergnügen, anderen seinen Willen aufzuzwingen.“

Nielsens Zweite Sinfonie leitet er mit knapper, klarer, energischer Gestik – wie immer ohne Taktstock – und liefert mit den höchst engagiert musizierenden Musiker*innen des Dänischen Nationalorchesters eine fesselnde Interpretation dieses leider viel zu selten zu hörenden Werkes.

 

https://www.youtube.com/watch?v=aZoYEn6-jPM

von Jens Schubbe

Jean Sibelius
Sibelius Konzert für Violine und Orchester d-Moll (1903)
Carl Nielsen
2. Sinfonie (1902) „Die vier Temperamente“

Kerem Hasan | Dirigent
Augustin Hadelich | Violine
Dresdner Philharmonie