Visionen und Utopien

Paradiese der Zukunft

Manche Paradiese existieren zunächst nur als Idee, als Vision von Freiheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Musik kann solche Utopien hörbar machen, und zwar nicht als Traumflucht, sondern als kraftvolle Behauptung.

Diese Werke blicken nach vorn. Sie erzählen von Solidarität, von Mut und von der Überzeugung, dass Veränderung möglich ist. 

Freiheit, Menschlichkeit, Zukunft

Ob in der Kinderoper "Brundibár", die im KZ Theresienstadt aufgeführt wurde oder in der Musik in Beethovens "Leonore", die nach Freiheit ruft. In diesen Konzerten wird Musik zum Ausdruck innerer Stärke und gemeinsamer Hoffnung. Sie entwirft Gegenwelten zur Unterdrückung, zeichnet Bilder einer gerechteren Ordnung und feiert den Triumph des Lichts über das Dunkel.

Aufbruch, Überwindung, Verheißung

Aber Visionen tragen in ganz unterschiedliche Richtungen.

Mahlers Vierte Sinfonie entwirft eine lichte, beinahe entrückte Utopie. Aus tänzerischer Bewegung und feiner Ironie wächst im Finale das Bild eines „himmlischen Lebens“ – nicht monumental, sondern von kindlicher Klarheit. Richard Strauss’ Also sprach Zarathustra hingegen denkt Vision radikaler. Aus dem berühmten Aufgang der Sonne erhebt sich Musik, die nach Erkenntnis, nach Überwindung, nach neuen Horizonten strebt. Gewaltige Klangballungen und schillernde Kontraste zeichnen den Weg des Menschen zwischen Natur und Geist, Zweifel und Größe.