Sicht auf Tokio aus dem Hostel © Anne Neubert

Sicht auf Tokio aus dem Hostel © Anne Neubert

Gemeinschaftsfoto mit den Schülern der Seinan Junior High School © Anne Neubert

Gemeinschaftsfoto mit den Schülern der Seinan Junior High School © Anne Neubert

Zwischen Tradition und Moderne

Montag, 12.10.2015 und Dienstag, 13.10.2015, von Anne Neubert

Bereits in den ersten Tagen unserer Japan-Reise konnten wir erfahren, dass Japan ein Land zwischen Tradition und Moderne ist. Wie uns berichtet wurde, ist das heutige Arbeitsleben der japanischen Bevölkerung sehr intensiv und dem heutigen Zeitverständnis angepasst. Auch wir merken auf unserer Reise, dass alles exakt zeitlich durchgeplant ist. Oft sieht man zudem Autohäuser, Geschäfte und hochtechnisierte Unternehmen. Andererseits ist die japanische Bevölkerung sehr von Traditionen und Bräuchen geprägt. Überall nimmt man sich Zeit für uns, um uns mit einer höflichen Zuvorkommenheit bei allen Fragen und Wünschen zu helfen. Auch der Montag - der Nationalfeiertag zum Tag des Sports - spiegelt diese Gegensätze wider.

Der Höhepunkt des Tages ist die gemeinsame Begegnung mit dem Hata Boys & Girls Choir und dem Raisin Children`s Choir in der Raisin Hall in Shiojiri (Präfektur Nagano). Uns erwartete ein sehr modern und gut ausgestatteter Saal. Am Vormittag wurde eifrig geprobt. Auch japanische Lieder, die die Choristen des Philharmonischen Kinderchores im Vorfeld der Reise in Dresden erlernt hatten, wurden gemeinsam mit den anderen Kinderchören vor Ort geprobt.

Höhepunkt des Begegnungskonzerts, das aus einem abwechslungsreichen Programm geistlicher und weltlicher Lieder sowie einer Mischung aus deutschen, japanischen und internationalen Volksliedern bestand, war dann ganz klar das gemeinsame Singen zweier japanischer Volkslieder mit allen Chören. Sogar das Publikum stimmte mit ein. Was für eine Überraschung, als es auch die deutschen Volkslieder begeistert mitsang!

Im Anschluss stand uns bereits der erste Abschied bevor. Nachdem wir die ersten beiden Nächte der Reise bei Gastfamilien des Hata Boys & Girls Choir verbracht hatten, mussten wir nun weiterfahren zur nächsten Station unserer Reise. Der Abschied war herzlich und sehr ergreifend. Innerhalb von 3 Tagen waren Freundschaften geschlossen worden, Geschenke wurden ausgetauscht und wir wurden voller beidseitiger Dankbarkeit verabschiedet.

Am Abend kehrten wir in einem Onsen-Hotel ein, das uns erneut mit alten japanischen Traditionen vertraut machte. So verbrachten wir eine Nacht auf japanischen Tatami-Matten und Matratzen, erhielten ein ausgiebiges japanisches Abendessen und konnten im Anschluss noch ein gepflegtes und erholsames Bad im Thermalwasser nehmen.

Am Dienstag mussten wir alle früh aufstehen. Bevor es am Nachmittag per Bus Richtung Tokio weiterging, machten wir Halt in der Seinan Junior High School. Auch dort wurden wir mit großer Offenheit und Herzlichkeit begrüßt. Wir hatten Gelegenheit, uns in der extra dafür hergerichteten Turnhalle den Schülern und Familien der Seinan Junior High musikalisch vorzustellen und dem Publikum unser Repertoire zu präsentieren. Auch wir konnten den Klängen des dortigen Chores lauschen.

Nur 69 Schüler besuchen die Seinan Junior High School. Gemeinsam mit den Lehrern und Unterstützung aus dem gesamten Ort wurde uns im Anschluss ein unvergesslicher Nachmittag geboten. Die Schüler führten uns in die japanische Kultur ein. Dazu zählten Origami, Kalligraphie, Trommelkunst, Teezeremonie und japanische Geschicklichkeitsspiele. Auch das Alphornblasen durften die Kinder ausprobieren - auch wenn das keine typisch japanische Tradition ist, zeigt es doch die Verbundenheit mit der deutschen Kultur.

Fotos © Anne Neubert

©Anne Neubert

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