Johannes Martin Kränzle

Johannes Martin Kränzle

Johannes Martin Kränzle, in Augsburg geboren, ist besonders durch die intensive musiktheatralische Ausdeutung komplexer Charaktere bekannt geworden und gehört zu den führenden Baritonisten seiner Generation. Zunächst studiert er Violine und Musiktheaterregie, danach Gesang bei Martin Gründler in Frankfurt. Die Opernhäuser Dortmund, Hannover und Frankfurt waren seine Stationen im Festengagement.

Er ist regelmäßig in den großen Opernhäusern zu Gast: an der Metropolitan Opera New York, an der Mailänder Scala, am Royal Opera House London, an der Opéra National de Paris, am Teatro Real Madrid, in Zürich und Genf, bei den Salzburger und Bregenzer Festspielen, beim Glyndebourne und Luzerne Festival, in Berlin, München, Hamburg, Köln, Stuttgart, in San Francisco, Kairo, Antwerpen, Spoleto, Sofia, Tel Aviv, Tiflis und Tokio.

Sein Opernrepertoire umfasst inzwischen 120 Partien und reicht von Händel, Rossini, Verdi, Strauss und Lehar bis zu Henze und Rihm. Schwerpunkte bilden Mozart und Wagner sowie das slawische Repertoire: Tschaikowski, Rimsky-Korsakoff, Prokofief, Janacek. Er gestaltet so unterschiedliche Rollen wie Wozzeck, Alberich, Amfortas, Beckmesser, Wolfram, Blaubart, Tomsky, Prus, Ford und Sharpless ebenso wie Don Alfonso, Don Giovanni, Conte Almaviva und Papageno, Eisenstein und Danilo. Er arbeitet mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Marek Janowski, Wladimir Jurowsky, James Levine oder Fabio Luisi und Regisseuren wie Brieger, Jones, Kosky, Loy, McVickar, Mouchtar-Samorai, Tscherniakov und Wieler zusammen.

Regelmäßig widmet sich der Bariton dem Konzertgesang. Er gibt Liederabende u.a. beim Schleswig-Holstein-Festival oder der Expo 2000 Hannover. Schuberts "Winterreise" führt er szenisch im Kammerspiel Frankfurt auf. Bachs „Weihnachtsoratorium“ in Notre Dame Paris, Bachs Solokantaten in der Dormition Abbey Jerusalem sowie im Dom von Salvador/Bahia in Brasilien, Mahlers „Lieder eines fahrenden Gesellen“ beim Budapester Frühlingsfestival und Brittens „War-Requiem“ beim Vilnius-Festival sind Höhepunkte seiner Konzertlaufbahn. 2018 war er Baritonist bei Brahms Requiem beim Maggio Musicale in Florenz (Jeffrey Tate´s letztes Konzert) und im Concertgebouw Amsterdam unter Bernhard Haitink.

2015 wird bei ihm eine aggressiv fortschreitende Form der Knochenmarkerkrankung MDS diagnostiziert und er muss sich einer Stammzell- Transplantation unterziehen. Sein Bruder Andreas kann sein lebensrettender Spender sein.

Mit großem Erfolg kommt er im September 2016 zurück auf die Bühne in seinem Debüt am Royal Opera House London in Mozarts „Cosi fan tutte“. 2017 folgten Debüts u.a. an der National Opera de Paris („Wozzeck“) , an der Elbphilharmonie und bei den Bayreuther Festspielen („Die Meistersinger von Nürnberg“). 2018 gastierte er wieder in London („Ring des Nibelungen“), außerdem in Antwerpen („Falstaff“) und Frankfurt („Aus einem Totenhaus“) und wurde erneut zum „Sänger des Jahres“ (OPERNWELT) gewählt.

Künftige Projekte sind Produktionen von „Ariadne auf Naxos“ in Frankfurt, „Herzog Blaubarts Burg“ in Stockholm und Wiesbaden, „Fidelio“ in Köln, „Die Meistersinger“ an der Berliner Staatsoper und „Jolante“ in Paris.

Zahlreiche DVD- und CD-Produktionen dokumentieren seine Sängerkarriere. Drei Solo-Einspielungen mit den Titeln „Die Mitternacht zog näher schon“ (diverse Balladen) und „Grenzen der Menschheit“ (Schubert und Schumann) und eben erst „Das ewige Rätsel“ (Mahler, Martin, Ravel und Jiddische Lieder von R.R. Klein) sind erschienen. Diese CD erhielt den Preis der Deutschen Schallplattenkritik (Bestenliste 2018). Sein Liedbegleiter ist Hilko Dumno.

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