Emilio Pomàrico

Emilio Pomàrico

Der in Buenos Aires geborene italienische Dirigent und Komponist Emilio Pomàrico gilt heute als einer der führenden Interpreten zeitgenössischer Musik. Er tritt regelmäßig auf den wichtigsten internationalen Musikfestivals sowie an bedeutenden Opern- und Konzertinstitutionen in ganz Europa und darüber hinaus auf.
Emilio Pomàrico, ein leidenschaftlicher Verfechter junger Komponistengenerationen, hat bisher einen großen Teil seiner Karriere der Uraufführung von Werken der neuesten Namen zeitgenössischer Musik gewidmet. Er hat auch tiefe und dauerhafte Verbindungen zu einigen der größten Komponisten unserer Zeit aufgebaut und viele bedeutsame Weltpremieren ihrer Werke dirigiert.
Dazu gehören, um nur einige zu nennen, Emmanuel Nunes' Quodlibet in Lissabon (1991), Omnia Mutantur Nihil Interit in Paris (1994) und Musivus in Lissabon (1996), der gesamte Zyklus von Luigi Nonos Caminantes in Paris (1999); Wolfgang Rihms Seraphin Symphonie in Donaueschingen (2012), Georg Friedrich Haas' Oper Melancholia an der Opera Garnier in Paris (2008), sein Konzert für Baritonsaxophon und Orchester in Köln (2008) sowie Ich suchte, aber ich fand ihn nicht in München (2012).
Nachdem Pomàrico den gesamten Zyklus von Brian Ferneyhoughs Carceri d'Invenzione in Genf, Basel und Paris (1996) aufgeführt hatte, hatte er auch Finis Terrae an der Opera Bastille in Paris (2012) uraufgeführt. Hans Zender beauftragte ihn mit der Premiere seines von WERGO (2013) aufgenommenen und veröffentlichten Logos Fragmente in der Berliner Philharmonie. Emilio Pomàrico wurde vom Teatro Colon in seiner Heimatstadt Buenos Aires eingeladen und gab eine erfolgreiche Uraufführung von Luciano Berios Coro (2014) für Lateinamerika.
In den letzten zehn Jahren hat Emilio Pomàrico eng mit dem griechischen Komponisten Georges Aperghis zusammengearbeitet und viele seiner bemerkenswerten Werke in ganz Europa uraufgeführt. Dazu gehören Teeter-Totter (2008) und Situations (2013) mit dem Klangforum Wien bei den Musiktagen Donaueschingen, Etudes Pour Orchester I-IV in der Kölner Philarmonie (2013) sowie Etudes Pour Orchester V-VI und Concerto pour Accordeon mit BRSO im Musica Viva Festival (2015 bzw. 2016). Das Etudes Pour Orchester und das Concerto pour Accordeon wurden von NEOS in ihrem Musica Viva Vol. 2 aufgenommen und veröffentlicht.

Zuletzt leitete Emilio Pomàrico die Weltpremiere von Aperghis' Migrants mit dem Ensemble Resonanz bei MaerzMusik in Berlin (2018).

Pomàrico wurde vom Resonanz Ensemble in Hamburg für 2017 und 2018 zum Dirigenten ernannt und wurde eingeladen, die Elbphilharmonie im Kleinen Saal durch ihr Eröffnungskonzert im Januar 2017 zu geleiten.
Auf dem Programm stand die Premiere von Georg Friedrich Haas' Release, gefolgt von Alban Bergs 7 frühen Liedern und Béla Bartóks Musik für Streicher, Schlagwerk und Celesta.
Emilio Pomàrico ist auch stark an Opernproduktionen beteiligt. Auf der Ruhrtriennale leitete er beispielsweise das hr-Sinfonieorchester in Helmut Lachenmanns Das Mädchen mit den Schwefelhölzern von Robert Wilson (2013) sowie Morton Feldmanns None von Romeo Castellucci (2014). Im folgenden Jahr dirigierte er mit dem SWR Baden Baden & dem Freiburg Symphony Orchestra einen hochgelobten Wozzeck an der Opera de Dijon.
Bei den Wiener Festwochen leitete er das Klangforum Wien in einer Neuproduktion von Salvatore Sciarrinos Luci mie traditrici, inszeniert von Achim Freyer (2016). Er hat Johannes Maria Stauds Gespenst der Gardenia oder Der Tag mit dem Ensemble Modern beim Steirischen Herbst Festival in Graz (2016) uraufgeführt. Er eröffnete das Aix-en-Provence International Music Festival 2017 und dirigierte eine von der Kritik gepriesene Premiere von Philippe Boesmans neuer Oper Pinocchio, die von Joël Pommerat inszeniert wurde. Christian Spucks Neuproduktion von Zenders Winterreise unter der musikalischen Leitung von Emilio Pomàrico wurde auch an der Zürcher Oper (2018) hoch gelobt. Im Herbst 2019 leitete Emilio Pomàrico das Radio France Philarmonic Orchestra bei der Premiere von Francesco Filideis L’inondation, die von Joël Pommerat an der Opera Comique in Paris aufgeführt wurde.