Solisten-Archiv

Hanno Müller-Brachmann

Hanno Müller-Brachmann

Der Bassbariton Hanno Müller-Brachmann ist als Lied-, Konzert-, und Opernsänger international gefragt und arbeitet mit vielen bedeutenden Musikerpersönlichkeiten unserer Zeit zusammen, etwa mit Bernard Haitink, Herbert Blomstedt, Iván Fischer oder Charles Dutoit sowie in der Vergangenheit mit Kurt Masur oder Sir Neville Marriner. Preisgekrönte Aufnahmen dokumentieren seine Arbeit.

Noch während des Studiums wurde er von Daniel Barenboim in das Ensemble der Berliner Staatsoper aufgenommen, wo er die großen Mozartpartien seines Fachs, aber auch Orest (Elektra), Amfortas (Parsifal) oder Wotan (Rheingold) unter Barenboims Leitung sang. Unter Michael Gielen und Sir Simon Rattle hörte man ihn dort auch als Golaud (Pelléas et Mélisande). Außerdem konnte er hier mit Gustavo Dudamel, Sebastian Weigle und Philippe Jordan arbeiten. Es folgten Gastverträge in San Francisco, Madrid, Sevilla, Modena sowie an den Staatsopern in Wien, München und Hamburg.

Neben dem Konzert- und Operngesang besitzt Hanno Müller-Brachmann zudem eine große Leidenschaft für das Lied. Bei seinem Lieddebut in der Londoner Wigmore Hall war András Schiff sein Partner, mit dem ihn eine langjährige Zusammenarbeit verbindet. So war der Sänger mehrfach zu Gast bei den von András Schiff ausgerichteten Kammermusikfestivals in Ittingen (CH) und Vicenza (I) und regelmäßig Partner der „Capella Andrea Barca“. Weitere Liedpartner sind oder waren Hartmut Höll, Malcolm Martineau, Philippe Jordan oder Daniel Barenboim.

Höhepunkte der Saison 18/19 sind sein Debut an der Academia Santa Cecilia in Rom mit Beethovens 9. Sinfonie unter Kirill Petrenko, konzertante Aufführungen von Ariadne auf Naxos mit dem Cleveland Symphony Orchestra unter Franz Welser-Möst, seine Wiedereinladung zum London Symphony Orchestra für szenische Aufführungen von Das schlaue Füchslein (L. Janácek) in der Regie von Peter Sellars und dirigiert von Sir Simon Rattle und eine Tournee mit Le Concert Olympique und Beethovens Missa solemnis unter der Leitung von Jan Cayers im Kunstcentrum deSingel Antwerpen, Festspielhaus Baden-Baden und der Berliner Philharmonie. In der Kölner Philharmonie interpretiert er Mahlers Lieder aus des Knaben Wunderhorn mit dem Chamber Orchestra of Europe in der Abschiedssaison von Bernard Haitink. Ein deutsches Requiem von Brahms singt er in Dresden unter Michael Sanderling mit The Management Symphony und in Teneriffa unter Antonio Méndez mit dem Orquesta Sinfónica de Tenerife. Bachs Solokantate Ich habe genug wird er in Oslo und beim südbadischen „Markgräfler Musikherbst 2018“ interpretieren, wo er in diesem Jahr „artist in residence“ ist.

In Südbaden aufgewachsen, begann Hanno Müller-Brachmann seine musikalische Ausbildung als Kind bei der Knabenkantorei Basel. Er studierte in Freiburg bei Prof. Ingeborg Most, in Mannheim bei Prof. Rudolf Piernay und besuchte in Berlin die Liedklasse von Prof. Dietrich Fischer-Dieskau. Heute lehrt er als Professor an der Hochschule für Musik in Karlsruhe. Der dreifache Vater ist Juror internationaler Wettbewerbe und setzt sich nachdrücklich für den Erhalt und die Verbesserung der musikalischen Bildung in Deutschland ein. Seit 2017 ist er Vorsitzender von Cantus Juvenum Karlsruhe e.V., ein Verein, der ca. 150 Kinder und Jugendliche in einem Knaben- und einem Mädchenchor individuell vokal ausbildet.