Solisten

Anoushka Shankar

Anoushka Shankar

Sitaristin, Komponistin, Produzentin: Anoushka Shankar ist eine einzigartige Figur der klassischen und zeitgenössischen akustischen und elektronischen Weltmusikszene. Ihre dynamische und spirituelle Musikalität wurde mit mehreren renommierten Preisen ausgezeichnet, darunter sechs Grammy®-Nominierungen, die Anerkennung als jüngste und erste weibliche Empfängerin eines britischen House of Commons Shield, die Auszeichnung als asiatische Heldin vom TIME Magazine, zwei Eastern Eye Awards for Music und ein Songlines Best Artist Award. Anoushka hatte die Ehre, die erste indische Musikerin zu sein, die bei den Grammy® Awards live auftrat.
Während ihrer fünfundzwanzig Jahre als Live-Tour-Sitaristin wurde Anouska für ihren emotionalen und feurigen Spielstil, ihre überraschende und erfinderische Instrumentierung und ihr intensives rhythmisches Zusammenspiel bekannt. Ob in der Carnegie Hall in New York oder beim Psytrance-Festival Boom in Portugal, im Sydney Opera House oder in Glastonbury - Anoushka präsentiert klassische indische Ragas mit Tabla-Begleitung, tritt solistisch mit weltberühmten Orchestern wie den Berliner, Londoner oder New Yorker Philharmonikern auf oder spielt live mit ihrem Pedalboard über einem schreienden Bass. Dabei teilt sie ihre Leidenschaft für die Spiritualität und Tiefe der Sitar und bricht aus den Einschränkungen kultureller Erwartungen aus.
Anoushka studierte ab ihrem neunten Lebensjahr ausschließlich bei ihrem Vater und Vorbild, dem verstorbenen Ravi Shankar. Mit dreizehn Jahren gab sie ihr professionelles Debüt als klassische Sitaristin. Mit 20 Jahren gab sie drei klassische Aufnahmen für EMI / Angel heraus und erhielt ihre erste Grammy®-Nominierung. Damit erhielt sie die erste indische weibliche und gleichzeitig jüngste Nominierung in der Kategorie Weltmusik.
Nachdem Anoushka in ihren Jugendjahren hauptberuflich als Musikerin gearbeitet hatte, machte sie in den frühen Zwanzigern eine Pause vom Albummachen und sah sich andere kreative Outlets an. Sie verfasste eine Biografie über ihren Vater Bapi „Die Liebe meines Lebens“ und wurde regelmäßige Kolumnistin für das New Delhi First City Magazine und die indische Tageszeitung The Hindustan Times. Sie experimentierte mit Filmen, indem sie in Pamela Rooks „Dance Like a Man“ auftrat, für die sie eine Ausbildung zur Bharatanatyam-Tänzerin erhielt und für den prestigeträchtigen indischen National Award für das beste Debüt nominiert wurde. Ihre schriftlichen, tänzerischen und schauspielerischen Erkundungen bestätigten jedoch nur, dass ihre erste Liebe die Musik war.
In dem tiefen Verlangen, Musik zu kreieren, die ihr multikulturelles Leben und ihre Identität besser widerspiegelt, veröffentlichte Anoushka 2005 ihren selbstproduzierten, selbstkomponierten Durchbruch „Rise“, der sie in eine neue interkulturelle Klangwelt führte und ihr eine zweite Grammy®-Nominierung einbrachte. 2007 drang sie in neue Sphären ein und veröffentlichte in Zusammenarbeit mit dem Produzenten und Multiinstrumentalisten Karsh Kale das experimentelle, konzeptionelle Album „Breathing Under Water“. In dieser Zeit begann sie auch eine erfüllende Reise als Gastkünstlerin, während der sie die Vielseitigkeit der Sitar demonstrierte, indem sie mit verschiedenen Künstlern zusammenarbeitete, angefangen bei Sting, Herbie Hancock und Thievery Corporation, über Lenny Kravitz, Joshua Bell, MIDIval Punditz und Rodrigo y Gabriela sowie zuletzt Gold Panda, Deva Premal und Milos Karadaglic.
2011 unterzeichnete sie einen Vertrag beim renommierten Label Deutsche Grammophon und erlebte eine weitere erfolgreiche Schaffensperiode. Sie veröffentlichte vier Soloalben, von denen jedes Grammy® Award-Nominierungen erhielt: „Traveller“ (produziert von Javier Limon) untersuchte die Beziehung zwischen indischer klassischer Musik und spanischem Flamenco, in „Traces of You“ (produziert von Nitin Sawhney) arbeitete Anoushka mit ihrer Halbschwester Norah Jones an tiefen Meditationen über Liebe und Verlust, „Home“ war ein Angebot von indisch-klassischen Ragas, die als Hommage an ihren verstorbenen Vater aufgezeichnet wurden und „Land of Gold“ , eine Reaktion auf die globale humanitäre Flüchtlingskrise. Bei diesem Album arbeitete Anoushka mit verschiedenen Gastkünstler wie M. I. A., Vanessa Redgrave und Alev Lenz zusammen. Schließlich veröffentlichte sie 2019 ein fünftes Album unter Deutsche Grammophon: „Reflections“, ein Album, das die Höhepunkte ihrer 20-jährigen Karriere aufzeichnet.

Anoushkas künstlerisches Schaffen spiegelt zunehmend ihre leidenschaftliche Unterstützung von Frauenrechten und sozialer Gerechtigkeit wider. Als Reaktion auf die schreckliche Vergewaltigung von Jyoti Singh Pandey in Delhi im Jahr 2011 setzte sich Shankar für die Kampagne One Billion Rising auf Change.org ein. Auf ihrer Tour mit ihrem Album „Land of Gold“ nutzte sie die Gelegenheit, um über die Flüchtlingskrise zu sprechen und Spenden für die Wohltätigkeitsorganisation Help Refugees zu sammeln. Weitere aktuelle Projekte sind die Ausrichtung einer Radiosendung über die Gleichstellung der Geschlechter zur Förderung der Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung und die Koordinierung eines Aufrufs an die britische Regierung zur Reaktion auf die europäische Flüchtlingskrise. Sie wirkte bei „Stolen Innocence“, einem Dokumentarfilm, mit, der im Herbst 2017 veröffentlicht wurde und sich mit dem Thema Menschenhandel beschäftigt.
Anoushka wurde 2019 zur Associate Artistin des legendären South Bank Centre in London ernannt, wo sie in den kommenden Saisons eine Reihe von Konzerten in den verschiedenen Veranstaltungsorten des Centers aufführen wird.
Aktuelle und zukünftige Projekte umfassen ein Live-Duo mit dem Musiker Gold Panda, orchestrale Aufführungen ihren Kompositionen (arrangiert von Jules Buckley), Live-Aufführungen und Screenings ihrer neuen Filmmusik zum Stummfilm „Shiraz“ von 1928 und spezielle Galavorstellungen im Jahr 2020 Gedenken an den 100. Geburtstag ihres Vaters Ravi Shankar.